Quartier für Frosch und Molch wird von Schlamm befreit

Um langfristig den Lebensraum gefährdeter Arten zu erhalten, sind in einem Teilbereich des Flächennaturdenkmals Maxhütte jetzt Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt worden.

Zwickau.

Wenn im kommenden Frühjahr Vertreter bedrohter Arten wie des Kleinen Wasserfrosches sowie Kamm- und Teichmolches aus ihren Winterquartieren in die angestammten Lebensräume im Flächennaturdenkmal Maxhütte zurückkehren, werden sie dort wieder optimale Bedingungen vorfinden.

Die hatten sich in den zurückliegenden Jahren zunehmend verschlechtert, weil Mutter Natur mehr und mehr von der kleinen Weiherlandschaft Besitz ergriffen hatte. "Die Gewässer waren mit Rohkolben zugewachsen, den Boden bedeckte eine dicke Schlammschicht. Eine 2013 durchgeführte Amphibienkartierung hatte ergeben, dass es in vier der Weiher eine Population des Kleinen Wasserfrosches gab. Fünf Jahre später konnten sie nur noch in zwei der Gewässer nachgewiesen werden", sagte Andreas Trautmann, Vorsitzender der Grünen Liga Westsachsen. Um einem weiteren Rückgang der Amphibienbestände entgegenzuwirken, wurde ein Planitzer Wasserbauunternehmen mit der Renaturierung und Sanierung des betreffenden Areals beauftragt. Die Teiche wurden entschlämmt, vertieft und zusätzlich ein wenig modelliert, der Rohrbewuchs in diesem Zusammenhang reduziert. Gleichzeitig erfolgte ein Rückschnitt der umgebenden Bäume und Sträucher. Das dabei anfallende Grünmaterial kam übrigens an Ort und Stelle für das Anlegen einer Benjeshecke zum Einsatz. Die dient nicht nur als Winterquartier und Rückzugsmöglichkeit für verschiedene Tiere, sondern auch als eine Art natürliche Barriere gegen illegale Müllentsorgungen von der angrenzenden Nebenstraße.

"Durch die Renaturierung werden die Gewässer wieder mit ausreichend Sonnenlicht versorgt. Wir erhoffen uns davon langfristig einen Erhalt, aber auch eine Stärkung der vorhandenen Amphibienpopulationen", erklärt Trautmann. Mögliche Bedenken, Frosch und Co. könnten während der durchgeführten Arbeiten ihr Leben einbüßen, teilte Trautmann nicht. Die Amphibien befänden sich jetzt außerhalb der Gewässer in der Winterruhe.

Rund 10.000 Euro fließen in das Vorhaben, das über Fördermittel aus dem Programm "Naturschutzfonds" der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt Dresden finanziert wird. Von der Maßnahme profitiert aber nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt im Flächennaturdenkmal Maxhütte. "Ab dem Frühjahr bieten wir für Schulklassen und andere Interessenten wieder Führungen durch das Gelände an. Als Neuerung gibt es dann einen Beobachtungssteg, der demnächst an einem der Teiche errichtet wird", sagte Elke Heinig, Schatzmeisterin des Vereins und ehrenamtliche Naturschutzhelferin.


Bombentrichter-Areal wird zum wertvollen Feuchtbiotop

Das Flächennaturdenkmal "Weihergebiet Maxhütte" ist ein 4,3 Hektar großes Feuchtgebiet innerhalb des geschützten Landschaftsbestandteiles "Feuchtgebiet Maxhütte". Bei US-amerikanischen Luftangriffen im Jahr 1944 auf den Flugplatz und das dort gelegene Flugzeugreparaturwerk Basser wurden zahlreiche Bomben abgeworfen. Einige fielen auch auf die Wiesen und Feuchtgebiete, die sich zwischen Mittelgrundbach und Reichenbacher Straße entwickelt hatten. Zurück blieb dort ein Teppich von weit über 40 Bombentrichtern, von denen nicht alle wieder verfüllt wurden. Auf einer Fläche von 15 Hektar blieben 25 Trichter erhalten und entwickelten sich zu wertvollen Klein- und Kleinstgewässern. In den 1990er- Jahren wurde im Rahmen eines Artenschutzprojektes der IG Stadtökologie Zwickau, heute Grüne Liga Westsachsen, damit begonnen, dort weitere Laichgewässer, Totholzhecken und Planzungen anzulegen. (awo)

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Tauchsieder
    09.12.2019

    Zitat: - "Durch die Renaturierung werden die Gewässer wieder mit ausreichend Sonnenlicht versorgt ... Zitat Ende.
    Wenn da mal nicht der Schuss nach hinten losgeht. Dies bedeutet aus langjähriger Erfahrung das sich diese Gewässer schneller erwärmen, dass Algenwachstum befördert wird und für wasserlebende Tierarten durch die damit einhergehende Sauerstoffzehrung das Areal nicht mehr attraktiv ist. Manchmal ist weniger mehr.



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