Räte diskutieren heftig über geplanten Radweg

Bauausschuss hatte Nutzung der Unterführung angeregt - Doch die soll langfristig zugeschüttet werden

Zwickau.

Es sollte eigentlich nur eine Informationsvorlage sein, über die im Bau- und Verkehrsausschuss des Zwickauer Stadtrates traditionell nicht diskutiert wird. Dennoch sorgte der geplante Radweg rund um die Zentralhaltestelle am Montag für Unmut. Christian Foltas, in der Stadtverwaltung für die Radverkehrsplanung zuständig, nannte in einer Präsentation noch einmal die Vor- und Nachteile der beiden Varianten, die nach den Planungen übrig geblieben waren. Als Vorzugsvariante bezeichnete er die Verlegung des Radstreifens über die Stiftstraße hinweg, am Schocken-Areal und der Humboldtstraße entlang über die Bahnhofstraße, um anschließend in den Radweg ab dem Schwanenbrunnen einzumünden ("Freie Presse" berichtete).

Genau diese Version jedoch hatten die Räte im April abgewählt. Die Überraschung war daher groß, als sie dieselbe Vorlage wieder auf dem Tisch hatten.

Vor einem halben Jahr hatten sie die Trasse entlang der Stiftstraße über die Bahnhofstraße und dann entlang des Haltepunktes Zentralhaltestelle zum Schwanenbrunnen favorisiert. "Wieso beraten wir dann hier darüber, wenn wir am Ende wieder die gleiche Vorlage vorgelegt bekommen", schimpfte Sven Itzek (AfD). Er argumentierte, dass Zwickau keine Stadt der Radfahrer mehr werde, weil hier das Auto dominiere. Der Leiter des Tiefbauamtes, Thomas Pühn, hielt dagegen, dass das in 20 Jahren ganz anders aussehen werde.

Und noch etwas hatte die Räte herausgefordert. Sie hatten angeregt, den Tunnel unter der Humboldtstraße in die Radlerpläne einzubeziehen. Jetzt fanden sie im Plan kein Wort dazu. Der Tunnel sei geprüft worden, sagte Pühn. Wenn man die Zufahrten für Radler nutzen wolle, müsse man an jeder Seite eine Rampe von 100 Metern einbauen. Das sei schlicht unmöglich. "Langfristig ist geplant, den Tunnel zuzuschütten", sagte Pühn. Auch daher habe es keinen Sinn, jetzt noch in die Unterführung zu investieren. Dennoch fragte Stadtrat Jens Heinzig (SPD), warum man zwei Ampeln über dem Tunnel aufstellen müsste. Das, so Pühn, diene der sicheren Überquerung der Bahnhofstraße für Radfahrer und Fußgänger. (nkd)

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