Rallyeteam startet heute in Hamburg

Zwei Männer aus Mülsen wollen den geilsten Urlaub aller Zeiten wiederholen: Sie möchten Autofahren, Spaß haben, Abenteuer erleben und zeitgleich Geld für ihren Verein sammeln.

Mülsen/Hamburg.

Heute wird es ernst für die beiden Mülsener Paul Goretzki und Tobias Schwalbe. Für sie beginnt die "nördlichste Rallye des Erdballs", die Baltic-Sea-Tour. Die Beiden nennen sich "Die Bademeister" und treten mit Startnummer 240 ins Renngeschehen. Start und Ziel sind Hamburg. Dazwischen liegen 16 Tage, 7500 Kilometer, zehn Länder, Pisten fernab von Autobahnen, in einem wenigstens 20 Jahre alten Wagen, ohne GPS und Navi. "Die Bademeister" sind heiß drauf.

Im Vorjahr hatten Goretzki und Schwalbe zum ersten Mal an einer Rallye mitgemacht. Die führte sie durch Polen bis nach Rumänien und Albanien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien und Österreich. "Wir waren zwar am Ende nur gutes Mittelfeld, aber es war der geilste Urlaub, den wir je gemacht haben", sagte Paul Goretzki während der Startvorbereitungen in Mülsen. Den erhoffen sie sich nun auch.


In diesem Jahr ist die Tour fast doppelt so lang. Der Veranstalter verspricht "weiße Strände, einsame Schären, raue Kliffs und tiefe Fjorde". Es gehe mitten durch robuste Nadelwälder, die unglaubliche skandinavische Natur und die abgefahrene Kultur Russlands und der Baltischen Staaten...

Das Auto selbst äußerlich ein bisschen einer Pinnwand: Rallyefahrer, die im Vorjahr mit auf Tournee waren, haben sich mit schwarzem Stift darauf verewigen dürfen. Leute, die das Duo unterwegs traf und die gelegentlich mit Rat und Tat beiseite standen, haben ihre Namen mit rotem Stift notiert.

Die Beiden haben mit Veränderungen des alten BMW versucht, sich auf die deutlich längere Tour einzustellen. "Das Schlafen im Auto war einfach nur fürchterlich", verriet der 28-jährige Goretzki lachend. In diesem Jahr erhoffen sich beide dank eines Dachzeltes ein wenig mehr Komfort. Zudem wurde der BMW geländegängiger gemacht. Das ist Schwalbes Metier, er ist Kfz-Mechaniker. Die Tour im Vorjahr hätten sie gefühlt mit gebrochenen Federn und ohne Stoßdämpfer absolviert.

Der Teamname lautet "Die Bademeister". Und der kommt nicht von ungefähr. Jedes Team sammelt unterwegs für einen guten Zweck. Die Mülsener, die beide Mitglied des Sommerbadvereins sind, wollen alle Spenden von Sponsoren und Menschen, die sie unterwegs treffen, ihrem Verein zur Verfügung stellen. Im Vorjahr kamen zur Freude von Vereinschef Tronje Hagen mehr als 500 Euro zusammen. Die sind nach seinen Aussagen längst ausgegebenfür neue Spielgeräte. Wer sich an der Spendensammlung beteiligen möchte, kann das noch immer tun: An der Sommerbadkasse steht die Sparbüchse: ein kleiner himmelblauer Trabant.

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