Referenz an Utopisches

Die Kunstsammlungen Zwickau sind um ein Ausstellungsstück reicher. Besucher können sich nun damit auseinandersetzen.

Zwickau.

Die Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum sind um ein Exponat reicher. Mit Unterstützung der Dresdner Hermann-Ilgen-Stiftung hat das Museum ein Modell von der monumentalen Installation "The Big Freeze" von Till Exit - gezeigt im Rahmen der Stadtjubiläumsausstellung 2018 - erwerben können. Ab sofort ist das Kunstwerk in der Dauerausstellung zu sehen. 2018 feierte die Automobil- und Robert-Schumann-Stadt Zwickau ihre erste urkundliche Erwähnung vor 900 Jahren. Im Rahmen des Jubiläums organisierten die Kunstsammlungen ein Projekt, das die Stadt als komplexes Gebilde im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Miteinander thematisierte. Sie lud zum Dialog ein, die Geschichte der Stadt zu erkunden und über ihre Gegenwart und Zukunft zu diskutieren.

Der am Projekt beteiligte Künstler Till Exit beschäftigte sich mit seiner raumbezogenen Arbeit mit der Stadt als Projektionsfläche für Utopien. Seine monumentale, den ganzen Raum ausfüllende Skulptur war als Referenz an utopische Architekturen des 20. Jahrhunderts gedacht. Das nun erworbene Modellverbildlicht solche Utopien aus der Vergangenheit, heißt es. Einerseits stehe die Arbeit für einen zukünftigen Ort des Zusammenlebens, verweise aber gleichermaßen auf vergangene Wohnentwürfe.

Till Exit ist mit dem Museum seit längerer Zeit verbunden. 1998 erhielt das Zwickauer Museum als Dauerleihgabe von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung die Werkgruppe "Archiv", eine Dokumentation seiner wichtigsten Installationen in den 1990er-Jahren. 2008 übergab der Künstler, der heute in Leipzig und Wien lebt, ein Konvolut an Objekten aus verschiedenen Schaffensphasen als Schenkung. In der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig ist zurzeit seine raumgreifende Installation Beyond II aus dem Jahr 1995 zu sehen.

"Die Erwerbung für die Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum ermöglicht die Präsentation von Till Exits skulpturalen Modell zur Installation "The Big Freeze" vor Ort über einen längeren Zeitraum und damit die intensive Auseinandersetzung der Museumsbesucher mit den beharrlichen Fragen des Künstlers nach dem utopischen Potenzial unserer Gesellschaft und den Chancen für Veränderung, heißt es aus dem Kulturamt der Stadt Zwickau. (ja)

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