Regieren und diskutieren

Ministerpräsident Michael Kretschmer und sein Kabinett waren am Mittwoch im Landkreis Zwickau unterwegs - schon wieder.

Zwickau.

Mehr als 220 Menschen haben am Mittwochabend in der Zwickauer "Neuen Welt" mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und seinen Ministern diskutiert. Es war nach Juni 2018 in Limbach-Oberfrohna bereits das zweite sogenannte Sachsengespräch im Landkreis. Die Regierungsvertreter zogen Zwischenbilanz und kamen mit den Besuchern an Thementischen ins Gespräch. So sprach Kretschmer mit rund 40 Zwickauern über Rente und Pflege. Die Diskussionen wirkten aber oft angestrengt - häufig wollten die Gäste persönliche Betroffenheiten geklärt haben, die Minister rangen sichtlich um Antworten.

Zuvor hatte der reiselustige Landesvater, der mit 43 Jahren jünger ist als der Durchschnitt der Sachsen (2017: 46,7 Jahre), in Callenberg zwei Stunden lang mit Bürgermeistern der Region gesprochen. Die Essenz: Es soll für die Kommunen mehr Pauschalen geben. Und das in mehreren Bereichen. Nicht nur beim Ehrenamt und der Freiwilligen Feuerwehr, auch bei Straßenbau und Bildung. "Damit müssen Kommunen nicht jedes Mal Anträge stellen", so Kretschmer. Damit die Orte insgesamt mehr Spielraum bekommen, soll das derzeitige System des Finanzausgleichs umgestaltet werden, weg vom Prinzip "Geld pro Einwohner". Reinsdorfs Bürgermeister Steffen Ludwig (parteilos), Vorsitzender des Zwickauer Kreisverbandes des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, sagte, es habe noch nie solch ein offenes Verhältnis zu einem Ministerpräsidenten gegeben wie derzeit. "Das wird geachtet." Im nächsten Jahr solle im Landkreis wieder so ein Austausch stattfinden. Zwei regional bedeutende Projekte unterstrich Kretschmer: Zum einen die Sanierung des Marstalls in Waldenburg, der zu einem DDR-Kunst-Zentrum werden soll. Zum anderen die Motorrad-WM auf dem Sachsenring. Kretschmer: "Wir wollen unbedingt, dass das Rennen erhalten bleibt."

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