Regionale Wirtschaft verzeichnet deutliches Umsatzminus

Energiewende, internationale Handelskonflikte und der Wandel in der Automobilindustrie: All das stellt die Betriebe vor neue Herausforderungen.

Zwickau.

Die Wirtschaft Westsachsens muss sich neuen Rahmenbedingungen anpassen und befindet sich deshalb in einem Wandel. Der Umbau in der Automobilindustrie, internationale Handelskonflikte, Energiewende und preisorientiertes Konsumverhalten verlangen neue Geschäftsmodelle, Produkte, Dienste, Vertriebskanäle und entsprechend qualifizierte Mitarbeiter. "Dieser Umbruch hinterlässt Spuren in der Bilanz", sagte Ronald Gerschewski, Vizepräsident der Zwickauer Regionalkammer der Industrie- und Handelskammer (IHK), beim Jahrespressegespräch am Donnerstag.

Im vergangenen Jahr erzielten die Industrieunternehmen im Landkreis Zwickau rund 9,24 Milliarden Euro Umsatz. Das sind 5,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Auslandsumsatz ist sogar um 10,5 Prozent eingebrochen, er liegt jetzt noch bei 3,91 Milliarden Euro. Erfasst wurden dabei Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern. Traditionelle Branchen wie Fahrzeugbau, Metallverarbeitung, Energieerzeugung, Baugewerbe und Maschinenbau haben einen Umsatzanteil von 37,5 Prozent und einen Anteil am Auslandsumsatz von 42,2 Prozent. Die Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter stieg um 1926 oder 1,52 Prozent auf 126.653. Auch in diesem Jahr wollen die Firmen wieder Mitarbeiter einstellen und investieren. Die Auftragsbücher sind zumeist gut gefüllt. Immerhin zwei Drittel der Befragungsteilnehmer planen Neueinstellungen und Investitionen.

Allerdings bleibt die Lage weiter angespannt. Vor allem der Handelskonflikt mit den USA und der geplante Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) belasten das Exportgeschäft der Firmen. Viele Firmen der Region sind deshalb in ihren Geschäftserwartungen nicht mehr so positiv wie noch vor ein, zwei Jahren, sondern schätzen die Aussichten eher verhalten ein. "Keiner weiß, was nach dem Vollzug des Brexit tatsächlich passiert und wie er sich auswirkt. Aber es werden Risiken abgeschätzt und Vorkehrungen getroffen", sagte Torsten Spranger, Geschäftsführer der IHK-Regionalkammer Zwickau. Die Autobranche vollzieht derzeit zudem die Umstellung auf Elektro-Antrieb und erhofft sich davon in den kommenden Jahren Zuwächse. In der Bilanz 2018 stehen aber zunächst geringere Stückzahlen und daher Umsatzrückgänge.

Die Entscheidung von Volks- wagen für die Elektromobilität sieht wiederum Torsten Leistner, Geschäftsführer der S&P Sahlmann Planungsgesellschaft für Bauwesen Zwickau, als große Chance. Stadt, Hochschule und regionale Wirtschaft könnten diesen Weg entscheidend mitgestalten. Als Fahrer eines Audi A3 E-Tron hat er sich bereits auf die neue Mobilitätsform eingestellt und kennt daher auch die Schwachstellen sehr genau. "Zu wenig Ladesäulen, fehlende Kostentransparenz und verschiedenste Abrechnungssysteme machen die E-Mobilität derzeit für viele Fahrzeughalter noch nicht attraktiv", sagte der Diplom-Ingenieur.

In seinem Job spürt er zugleich die steigende Attraktivität von Zwickau. Die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien sei zunehmend. Die 19Mitarbeiter des 2001 gegründeten Unternehmens sind Architekten und Bauingenieure. Sie schaffen die technischen Grundlagen für Neubau und Sanierung von Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie öffentlichen Einrichtungen.

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