Reinsdorf: 6200 Einwohner werden an Wahlurnen gerufen

Trotz Coronavirus: Die Wahl des Bürgermeisters findet am Sonntag in der Gemeinde statt. Dafür sorgen 70 Helfer. Einziger Bewerber ist der Amtsinhaber.

Reinsdorf.

Die erforderlichen Desinfektionsmittel hat Kati Rüffer-Lang schon vor Längerem ins Reinsdorfer Rathaus liefern lassen. Denn die Wahl des Bürgermeisters am Sonntag findet trotz Corona in den sechs Wahllokalen statt. "In allen Kabinen können die Wähler vor der Benutzung die Schreibstifte desinfizieren", sagte die Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, die sich auf 70 Wahlhelfer verlassen muss. Immerhin werden 6200 Einwohner an die Wahlurnen gerufen. Knapp zehn Prozent der Wahlberechtigten haben bisher ihre Briefwahlunterlagen abgeholt. Als einziger Kandidat tritt Amtsinhaber Steffen Ludwig (parteilos) an, der seit 1985 Bürgermeister von Reinsdorf ist. Der 62-Jährige führt auch seit dem Zusammenschluss von Reinsdorf, Vielau und Friedrichsgrün im Jahr 1999 die Amtsgeschäfte.

"Es besteht außerdem die Möglichkeit, eine andere wählbare Person auf den Stimmzettel zu schreiben - möglichst mit Familienname, Vorname und Beruf oder Anschrift", fügte Rüffer-Lang an. Sie wies zudem darauf hin, dass Einwohner, die am Sonntag erkranken und nicht ins Wahllokal gehen können, ihre Wahlunterlagen von einem Angehörigen beziehungsweise Bevollmächtigten abholen lassen können. Sollte Ludwig im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der abgegebenen nicht erreichen, findet die Nachwahl am 5. April statt.

Bei der jüngsten Bürgermeisterwahl im Jahr 2013 erhielt Amtsinhaber Ludwig 98,6 Prozent der gültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag vor sieben Jahren bei 47,44 Prozent. 2006 erhielt er nur 74,7 Prozent der Stimmen, allerdings hatte er damals eine Gegenkandidatin.


"Wichtig ist Zusammenhalt"

Annika Wehlte (29), Industriekauffrau, schnuppert erst seit wenigen Monaten als jüngstes Mitglied des Gemeinderates in die Kommunalpolitik. "In der Debatte um die nächsten Vorhaben habe ich gemerkt, dass sich die Verwaltung neben der Erneuerung der Kitas auch für die Sportanlagen stark macht", sagte die junge Frau, die selbst als Abteilungsleiterin Turnen in der SG Friedrichsgrün aktiv ist. Wehlte fühlt sich in der Gemeinde sehr wohl. Nicht ohne Grund: "Ich liebe einerseits die ländliche Idylle, andererseits ist man recht schnell in Zwickau oder auf der Autobahn, um in einer andere Großstadt zu fahren", so Wehlte. Sie hofft, dass sich der gewählte Bürgermeister auch weiterhin für den Zusammenhalt in den drei Ortsteilen stark macht und negative Tendenzen ausbremst. "Gerade auf dem Dorf, wo jeder jeden kennt, ist das von Bedeutung." (jwa)


"Gut ausgestattete Kitas"

Manfred Heidner (76), Rentner, wünscht sich, dass es auch nach dieser Wahl des Bürgermeisters in der Kommune weiter bergauf geht. "Steffen Ludwig ist selbst erst Opa geworden. Er weiß schon deshalb, wie wichtig gut ausgestattete Kitas und Schulen für die Eltern in der Gemeinde sind. Deshalb ist es richtig, dass nun noch eine neue Sporthalle gebaut wird", sagte Heidner, der seine Heimat nie verlassen hat. Als Chef des Kleingartenvereins "Erholung Wilhelmshöhe" konnte sich der Senior über die Zusammenarbeit mit Ludwig nicht beklagen. "Er hatte dafür gesorgt, dass nach unseren Hinweisen eine angrenzende Straße erneuert wurde", erinnerte sich Heidner, der den Rathauschef auch als Kumpeltyp bezeichnet. "Er ist bodenständig und beliebt. Vielleicht hat er deshalb keinen Herausforderer." (jwa)


"Bauplätze für Familien"

Christian Grüner (33), Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Zwickau:"Die Gemeinde hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt", sagte Grüner, der als zweijähriger Junge mit seinen Eltern in die Kommune gezogen ist. "Meine Familie, also meine Frau und meine zwei Kinder, fühlen sich hier gut aufgehoben. Es gibt auch viele Spielplätze, die nach und nach auf Vordermann gebracht werden", sagte Grüner. Gerade junge Familien wüssten die Ruhe in den drei Ortsteilen zu schätzen. "Deshalb muss auch nach der Wahl weiter an der Schaffung von Bauplätzen für junge Familien gearbeitet werden. Das wird sicher eine Herausforderung für die Gemeinde", fügte er an. Als Leiter der Reinsdorfer Ortswehr wünscht er sich, dass nach und nach die Brandschutzkleidung ausgetauscht wird. "Ansonsten sind wir feuerwehrtechnisch auf den neusten Stand." (jwa)


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