Reinsdorf investiert weiter kräftig in Straßen

Mit dem Ausbau der Nordstraße wird ein kompliziertes Vorhaben in Angriff genommen und mit einem Stück Thomas-Mann-Straße ein teures.

Reinsdorf.

Die Nordstraße in Reinsdorf soll im kommenden Jahr grundhaft ausgebaut werden. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Umgesetzt wird das Vorhaben allerdings nur, wenn dafür auch Fördermittel über das Leader-Programm fließen. Laut Bürgermeister Steffen Ludwig (parteilos) sind die Anwohner während einer Veranstaltung am 10. April bereits umfassend über die Planung und den vorgesehenen Bauablauf informiert worden.

Die Gemeinde will die Arbeiten gemeinsam mit den Wasserwerken Zwickau in Angriff nehmen. Das Unternehmen wird die Wasser- und Abwasserleitungen auswechseln. In Teilbereichen sollen auch neue Strom- und Gasleitungen unter die Erde kommen. Die Straßenbeleuchtung wird auf energiesparende LED-Leuchten umgestellt. Wie der Bürgermeister informierte, erfolge in der Nordstraße erstmals der Einbau eines Leerrohrsystems, das die nachträgliche Verlegung digitaler Mediensysteme ermöglicht, etwa für den Ausbau des schnellen Internets.

Die 380 Meter lange Straße, die sich in einer starken Hanglage befindet und eine Sackgasse ist, soll auf einer Breite zwischen 3,70 und 5,20Meter ausgebaut werden. Vorgesehen ist, die Fahrbahn mit Granitborden beziehungsweise einer Pflastermulde aus Kleinpflaster zur Wasserführung einzufassen. Die Sicherung der Böschung erfolgt unter anderem mit einem Stahlgeländer. Erneuert wird laut Plan auch die Oberflächenentwässerung. Damit die Zufahrt für Feuerwehr und Rettungsdienst während der Bauphase gesichert ist, wird westlich der Nordstraße eine Notzufahrt errichtet.

Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich auf 700.000 Euro. Die Gemeinde rechnet mit Fördergeld in Höhe von 455.000 Euro über das Leader-Programm. Die restlichen 245.000 Euro stemmt der Ort aus Eigenmitteln. Geplant ist, die Arbeiten im zweiten Halbjahr auszuschreiben und im Frühjahr 2019 mit dem Straßenbau zu starten.

Bereits in den bevorstehenden Schul-Sommerferien soll der dritte und letzte Abschnitt der Pöhlauer Straße in Reinsdorf in Stand gesetzt werden. Einstimmig hat der Gemeinderat die Arbeiten für die 510Meter lange Strecke bis zur Ortsgrenze nach Pöhlau an eine Reinsdorfer Firma vergeben, die mit knapp 118.500Euro das wirtschaftlichste unter fünf Angeboten gemacht hatte. Die Summe entspricht auch den geplanten Kosten.

Keine Punktlandung bei den Kosten gibt es allerdings beim Ausbau eines Abschnitts der Thomas-Mann-Straße im Ortsteil Friedrichsgrün. Für den Bereich zwischen der Kreuzung mit der Rudolf-Breitscheid-Straße und dem Friedrichsgrüner Park waren 230.000Euro eingeplant. Die Summe beinhaltet die Neugestaltung der Zugänge zum "Haus der Entdecker", zur Kirche und zum Friedhof. Doch das wirtschaftlichste der drei Angebote, das eine Crossener Firma vorgelegt hat, liegt bei 368.775 Euro und damit 138.775 Euro über der geplanten Summe. Ein Schneeberger Betrieb bot sogar an, das Vorhaben für fast 562.000Euro umzusetzen.

Gemeinderat Lutz Merkel (SPD) war selbst das wirtschaftlichste Angebot zu hoch. Er bat, zu überdenken, ob die Arbeiten unter diesen Umständen neu ausgeschrieben werden können. Peter Fritzsch (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, "das Vorhaben trotzdem durchzuziehen". Er machte darauf aufmerksam, dass es bestimmt nicht billiger werde nach der sechsprozentigen Lohnsteigerung im Baugewerbe. Auch Petra Lorenz (Grüne) sprach sich für den teuren Straßenbau aus, weil sie sich ebenfalls nicht vorstellen könne, dass es billiger wird.

Am Ende der Diskussion stimmten die Abgeordneten bei einer Gegenstimme (Lutz Merkel) der überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 138.775 Euro für den Ausbau des Teilstücks der Thomas-Mann-Straße zu. Möglich wird dies durch das Verschieben beziehungsweise Reduzieren von anderen Investitionen. Gleichzeitig beschloss der Rat, das Vorhaben für die angebotenen 368.775 Euro an die Crossener Firmas zu vergeben.

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