Reinsdorfer wollen an Kriegsende erinnern

Die Gemeinde bereitet mitHeimatfreunden eine Sonderausstellung vor. Noch sind die Macher der Sonderschau aber auf der Suche nach Leihgaben.

Reinsdorf.

Dem Ende des Zweiten Weltkrieges, das sich in diesem Jahr zum 75. Mal jährt, wollen sich auch die Reinsdorfer Heimatfreunde widmen. Dazu ist ab 18. April die Sonderausstellung "Kriegsende 1945 - 75 Jahre Frieden" vorgesehen. Wie Rathausmitarbeiter Steffen Junghänel sagte, werden hierfür die Einwohner um Unterstützung gebeten.

"Wir suchen weiterhin vor allem Fotos, Dokumente und Briefe. Aber auch die Erinnerungen von Zeitzeugen aus dem Frühjahr/Sommer 1945 sind wichtig", so Junghänel. Dabei solle sich das Material möglichst auf den Zeitraum zwischen März und August in Reinsdorf und Umgebung beziehen. "Das Material benötigen wir lediglich leihweise", stellte der Sachbearbeiter für Medientechnik/Archivwesen klar.

So hat sich derweil der erste Zeitzeuge gemeldet. Laut Bürgermeister Steffen Ludwig (parteilos) handelt es sich um einen Senior, der erst in der Vorwoche seinen 90. Geburtstag feierte. "Er war damals 15 Jahre alt und Elektrolehrling in Reinsdorf", sagte der Rathauschef, der den Bericht des Zeitzeugen entgegennahm. "Für uns ist wichtig, dass wir die Befreiung durch die amerikanischen Truppen am 18. April 1945 für die gesamte Region darstellen und zahlreiche Einzelheiten detailgetreu ermitteln", so Ludwig weiter. Es gehe ebenso darum, den Alltag der Bevölkerung im Jahr 1945 darzustellen, über besondere Vorkommnisse zu berichten, die es wert seien, für die Nachwelt festzuhalten. "Wir verbinden damit auch einen Appell an die heute lebenden Generationen, alles für den Frieden zu tun." Ludwig zufolge ist zudem denkbar, eine entsprechende Broschüre herauszugeben.

Außerdem wollen die Heimatfreunde mehrere Spezialthemen innerhalb der Sonderausstellung aufarbeiten. Dazu gehören vor allem die Kriegsgefangenenlager in der Region (Kunstgasthof Friedrichsgrün und Brückenberg IV), das Lazarett Friedrichsgrün (heute das "Haus der Entdecker"), das evangelisch-lutherisches Rüstzeitheim "Lutherhöhe", die Rettung der Autobahnbrücke Wilkau-Haßlau und die Zerstörung des Hartensteiner Schlosses. In dem Zusammenhang berichtet Ludwig, dass es von April bis Juni 1945 mehrere Kommandostellen in Vielau, Friedrichsgrün und Reinsdorf gegeben hat. "In Reinsdorf befanden sich diese zum Beispiel im Rathaus, in der Mittleren Schule und im Ortsteil Wilhelmshöhe", so der Bürgermeister. Auch sei berichtet worden, dass Leute die Steinkohlebergwerke benutzten, um über Stollen nach Zwickau zu gelangen. Davon hätten die Besatzungsmächte nichts mitbekommen. Die Mulde habe die Grenze zwischen dem amerikanischen und russischen Sektor dargestellt. Ludwig: "Damals waren die Brücken bewacht. Es gab keinen Zugang von Reinsdorf, Vielau und Friedrichsgrün nach Zwickau."

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