Ringen um stabile Mehrheiten

Wahlen 2019 Der Stadtrat von Wilkau-Haßlau hat viele Aufgaben. Die Parteien sagen, wie sie diese bewältigen wollen.

Wilkau-Haßlau.

Der Stadtrat von Wilkau-Haßlau könnte nach der Wahl am 26. Mai deutlich bunter aufgestellt sein. Insgesamt bewerben sich um die 18 Stadtratsmandate 36 Kandidaten aus acht Parteien und Wählergemeinschaften. So viele wie noch nie nach der Wende. Sieben Frauen ziehen in den Wahlkampf. Derzeit sind im Rat zwei Stadträtinnen vertreten. Zum Ende der Wahlperiode scheiden Silvia Bauer, Joachim Michel (beide Die Linke) sowie Rainer Voigt, Jörg Berthold und Uwe Tauscher (alle CDU) aus dem Rat aus. Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) hofft darauf, den "bewährten sachlichen Umgang miteinander" auch im neuen Rat fortsetzen zu können. Allerdings weiß er auch, dass das Ringen um Mehrheiten künftig wohl schwerer wird. Eines der Probleme der Stadt ist das Ladensterben an der Kirchberger Straße. Eine Patentlösung hat offenbar keine der Parteien.

CDU: Zehn Christdemokraten treten zur Wahl an, darunter vier Neulinge. Ihr Ziel: auch weiter die größte Fraktion bilden. Die Schaffung von Kindergärten- und Hortplätzen sowie Verbesserungen im Straßen- und Wegebau sowie die Sanierung von Sportstätten, bezeichnete Toni Rißmann als Schwerpunkte. Kirchberger Straße: Ausschlaggebend sei das Angebot der Händler und die Nachfrage der Kunden. Rißmann warnt jedoch vor falschen oder unrealistischen Versprechen.


Die Linke: Vier Bewerber gibt es für den Stadtrat. Hans-Günter Wilhelm setzt die Prioritäten nicht nur auf die Sicherung der sozialen Standards, sondern auch auf deren Ausbau. Nach dem Umbau des alten Bahnhofes müsse auch die Finanzierung des Jugend- und Freizeitzentrums gesichert sein. Hier sieht er auch den Landkreis in der Pflicht. Zudem spricht er sich für den Erhalt der Kita-Küche in der Stadt aus. Kirchberger Straße: Hier bestehe Handlungsbedarf. Er sieht die Hauseigentümer in der Pflicht.

SPD: Die Sozialdemokraten haben einen Kandidaten aufgestellt. Frank Bemmann will vor allem Verbesserungen beim Straßenbau sowie bei der Parksituation erreichen. "Auch der Bürgerpolizist muss mehr Präsenz zeigen", sagte er. Als "soziale Stadt" sollten die Wohn- und Lebensbedingungen der Einwohner auf ein höheres Niveau gebracht werden. Kirchberger Straße: Dazu müsste ein Verantwortlicher in der Stadtverwaltung benannt werden. Der neue Stadtrat müsse dazu ein konkretes Konzept entwickeln.

FDP: Mit fünf Kandidaten soll wieder eine eigenständige Fraktion gebildet werden. Die Freien Demokraten machen sich für die Beseitigung von Missständen stark, wie die Dietel-Villa, aber auch andere leerstehende Gebäude. "Auch das Sportstättenkonzept muss aktualisiert und viel schneller umgesetzt werden", sagte Jan-Olaf Streit. Kirchberger Straße: Die FDP will in Gesprächen die Probleme analysieren. Zudem sollte über eine finanzielle Förderung für Vermieter und Mieter nachgedacht werden.

Bündnis 90/Grüne: Nach fünf Jahren Pause wollen die Grünen mit zwei Kandidaten in den Rat zurückkehren. Sie sehen vor allem in Sachen Radverkehr großes Potenzial, wie Bert Winkler sagte. Zudem bestehe hoher Bedarf an mehr kulturellen, sportlichen und gastronomischen Angeboten. Auch brauche die Stadt mehr Spiel- und Grünflächen sowie bessere Busanbindungen. Kirchberger Straße: Dazu sollten alle Häuser erfasst und die Listen Interessenten zugänglich gemacht werden. Leerstehende Objekte müssten auf der Stadtseite beworben werden. Die Grünen bringen auch Wächterhäuser ins Spiel.

Dorfclub Silberstraße: Vier Bewerber wollen in den Rat einziehen. "Wir wollen uns verstärkt dafür einsetzen, dass die Ortsteile Silberstraße und Culitzsch besser in die Stadt integriert werden", sagte Joachim Kowalle. Dazu müssten unter anderem Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden. Auch für eine Sanierung des Sportplatzes und die Weiterführung des Radweges nach Wilkau-Haßlau macht man sich in Silberstraße stark. Kirchberger Straße: In erster Linie sollten die Händler gemeinsam mit ihren Vertreterorganisationen tragende Konzept entwickeln und damit die Voraussetzungen für Neuansiedlungen schaffen.

Freier Wählervereinigung Culitzsch-Wilkau: Die FWCW tritt mit fünf Kandidaten an. Andreas Schwalbe, gleichzeitig Ortschaftsrat, will vor allem das kulturelle Leben im Stadtteil erhalten. Dazu ist nicht nur der Erhalt des Saales des ehemaligen Gasthofes "Zur Linde" notwendig, sondern auch dessen Sanierung. Darüber hinaus macht sich die Wählervereinigung für einen verstärkten Ausbau von Straßen stark. "Da gibt es in Wilkau-Haßlau reichlich Nachholbedarf", sagte Schwalbe. Kirchberger Straße: Vor allem muss die bauliche Substanz verbessert werden. Treppen vor Geschäften sind tödlich. Für den Umbau sollte über Fördermittel nachgedacht werden.

AfD: Die Alternative für Deutschland tritt erstmals mit fünf Kandidaten an. "Wir sind alle Politneulinge und müssen erst lernen", sagte Dietmar Kallweit. Dabei will sich die AfD an lösungsorientierter Sachpolitik messen lassen. "Krawallpolitik wird es mit uns nicht geben", sagte er, sondern Politik im Sinne der Bevölkerung. Kallweit verspricht eine Oppositionspolitik, die auch den Finger in Wunden legt. Die Partei macht sich für die kommunale Selbstverwaltung und eine geringere Abhängigkeit von Dresden, besonders bei Fördermitteln stark. Kirchberger Straße: Kallweit regt an, auch die Schneeberger Straße in Überlegungen einzubeziehen.

Statistik: In den den vergangenen fünf Jahren sind insgesamt 60 Sitzungen des Stadtrates sowie 52 Sitzungen des Technischen Ausschusses und 51 Sitzungen des Verwaltungs- und Sozialausschusses von Wilkau-Haßlau durchgeführt worden. Dabei wurden insgesamt 403 Beschlüsse gefasst.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...