Rückkehrer bringt seinen Arbeitgeber gleich mit

Hendrik Schuster ist seit einem Jahr aus Baden-Württemberg zurück in seiner alten Heimat. Jetzt zieht er eine erste Bilanz.

Zwickau.

Hendrik Schuster ist ein Rückkehrer auf den westsächsischen Arbeitsmarkt. Allerdings mit einer Besonderheit. Denn er hat sich nicht nach einem Job in der alten Heimat umgeschaut, sondern seinen Arbeitgeber in gewisser Weise einfach mitgebracht. "Ich hatte an der TU Dresden Medieninformatik studiert, wurde nach meinem Abschluss im Jahr 2015 direkt von der itdesign GmbH angesprochen und nach Tübingen eingeladen. Aufgrund fehlender Alternativen und eher schlechter Perspektiven in Sachsen bin ich mit meiner Familie nach Tübingen gezogen, um dort als Softwareentwickler ins Berufsleben zu starten", sagte der 30-Jährige.

Nach drei Jahren war aber der Wunsch groß, wieder zu Familie und Freunden in Westsachen zurückzukehren. Als Hendrik Schuster seine Chefs über die geplante Rückkehr in Kenntnis setzte, waren die zwar nicht begeistert, zeigten aber Verständnis. Und sie hatten eine Idee. "Einen guten Softwareentwickler lassen wir nur ungern gehen. Das sind gesuchte Spezialisten, und es ist nicht einfach, ihre Stellen neu zu besetzen", sagte Christoph Adamczyk, einer der vier itdesign-Geschäftsführer. Statt den Mitarbeiter aber einfach gen Osten zurückziehen zu lassen, unterbreitete die Firma ihm einen Vorschlag, den er nicht ablehnen konnte. Schuster sollte im Unternehmen bleiben und in Zwickau eine neue Niederlassung gründen.

Ein Jahr später zieht Hendrik Schuster eine positive Bilanz ziehen. Was die Mitarbeitergewinnung anbelangt, sah er sich in den zurück- liegenden Monaten aber den gleichen Problemen gegenüber wie viele andere Unternehmen auch. "Im Sommer ist Andreas Weizel zu mir gestoßen, und seit Oktober arbeitet unser Student Kalys Nurmanbetov zwei Tage pro Woche bei uns im Büro. Trotzdem hatte ich mir persönlich mehr erhofft", so sein Jahresresümee. Jetzt komme es zunächst verstärkt darauf an, den Bekanntheitsgrad des Unternehmens speziell bei Studenten zu erhöhen. Deshalb hat Schuster die Möglichkeit genutzt, im Rahmen von zwei Vorlesungsterminen an der Westsächsischen Hochschule Vorträge zu halten. Außerdem war er auf mehreren Fachkräftebörsen präsent.

"Ich habe die Erfahrung gemacht, dass speziell größere und namhafte Unternehmen schon sehr frühzeitig ihre Fühler nach künftigen Mitarbeitern ausstrecken. Aber auch wir als mittelständiges Unternehmen mit etwa 150 Beschäftigten können vielfältige Karrieremöglichkeiten und insbesondere eine tolle Arbeitsatmosphäre bieten." Die nächste Möglichkeit Ausschau nach qualifizierten Mitarbeitern zu halten, ist für Hendrik Schuster die Zwickauer Rückkehrerbörse, die zwischen den Feiertagen stattfindet.

Unter dem Motto "Zwickau - gepflastert mit guten Jobs" findet am 27. Dezember in der Zeit von 9 bis 14 Uhr im Bürgersaal des Rathauses am Hauptmarkt die dritte Rückkehrerbörse statt.

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