Rumänische Schüler entdecken Westsachsen

Reinsdorf ist zwar über Umwege zu seiner Partnerschaft gekommen. Nun aber denkt der Rathauschef sogar über ein weiteres Projekt nach.

Reinsdorf.

Erzieherin Carmen Todea ist nicht zum ersten Mal in der Gemeinde Reinsdorf zu Gast, die seit Längerem schon einen engen Kontakt zu den Menschen im rumänischen Dorf Pruden aufbaut. Dieser Ort wiederum gehört zur Gemeinde Hoghilag. Nachdem sich deren Bürgermeister Nicolae Lazar mit sieben Landsleuten und Übersetzerin Carmen Todea im vergangenen Jahr vor allem in den Reinsdorfer Feuerwehrdepots umschaute, begrüßte vor wenigen Tagen Rathauschef Steffen Ludwig (parteilos) 14 Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren aus Rumänien, die von Lehrern und Erziehern begleitetet wurden. Sie alle kamen im Rüst- und Freizeitheim auf der Lutherhöhe in Vielau unter. "Auf Einladung der Gemeinde", stellt Ludwig klar.

Das Programm für die jungen Leute hatte Rathausmitarbeiterin Kati Rüffer-Lang zusammengestellt. Es reichte von einem Konzert in der Internationalen Schule in Reinsdorf über grillen mit der Jugendfeuerwehr und Geocaching in Wildenfels bis zur Besichtigung des Reinsdorfer Bergbaumuseums und Stippvisite in Zwickau inklusive Domführung. "Wir hatten auch Besuch von deutschen Schülern in der Lutherhöhe", erinnert sich Dolmetscherin Carmen Todea, die die Sprachbarriere als größtes Hindernis bei der Kontaktaufnahme beschreibt. "Die jungen Leute haben es auf Englisch versucht, sich mit Händen und Füßen verständigt." Für die rumänischen Schüler, die übrigens alle zum ersten Mal Deutschland erlebten, sei der Besuch sehr prägend. Der neunjährige Damian Moldavan formuliert es so: "Alles hat mich beeindruckt. Die Leute sind gastfreundlich." Ähnlich sieht das André Popa: "Es gibt Ähnlichkeiten und Unterschiede zur rumänischen Kultur. Mir hat es gefallen. Ich habe neue Freundschaften schließen können", sagt der 13-Jährige.


Rathauschef Ludwig hat derweil ein weiteres Projekt innerhalb der Partnerschaft im Fokus. Er könnte sich nach dem Erfahrungsaustausch der Wehren und dem jetzigen Schüleraustausch vorstellen, wenn sich auch auf der Ebene der Kita-Betreuerinnen ein Dialog entwickelt. Dass es heute überhaupt diese deutsch-rumänische Partnerschaft gibt, haben alle Beteiligten Harald Nötzold zu verdanken. Der Vielauer hat mit vielen Helfern im rumänischen Pruden ein altes Pfarrhaus in ein Freizeitheim umgebaut. Bis zu dreimal jährlich fahren Nötzold und Ehefrau Ute in das Dorf. So lag es nahe, dass sich der Gemeinderat für diese Partnerschaft stark machte.

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