Sachsen-Rallye kostet erneut zwei Menschen das Leben

Tragisches Ende einer Sportveranstaltung: Nach einem schweren Unfall bei Kirchberg am Freitag ist die Veranstaltung abgebrochen worden.

Zwickau/Leutersbach.

Ein tödlicher Unfall kurz nach dem Start der ersten Wertungsprüfung in Leutersbach hat der diesjährigen Sachsen-Rallye am Freitag ein jähes Ende gesetzt. Der 48-jährige Renault-Pilot Kai Günther aus dem erzgebirgischen Lößnitz starb noch am Unfallort. Sein Beifahrer Sebastian Walker (44) erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Rest der Rallye wurde abgesagt; viele Fahrer hatten zu diesem Zeitpunkt bereits Wertungsprüfung 2 auf der B 93 in Zwickau absolviert. Nach "Freie Presse"-Informationen entschieden die Teilnehmer gemeinschaftlich, das Rennen nicht fortzusetzen. Am späten Freitagabend liefen in bedrückter Stimmung die Abbauarbeiten der Teams in der Innenstadt.

Kai Günther, der 2016 seinen ersten Rallye-Wertungslauf absolvierte, hatte auf einem schnellen Bergabstück am Ortsausgang Lauterhofen in Richtung Wolfersgrün die Kontrolle verloren. Das Duo vom Meeraner Team Rallyesport-Westsachsen kam mit seinem Renault Clio R3T nach links von der Fahrbahn ab und prallte etwa 200 Meter nach einer Kuppe mit der Fahrerseite gegen einen Baum.


"Sicherungs- und Rettungskräfte waren sofort vor Ort, trotz ihrer Bemühungen erwiesen sich die Verletzungen des Fahrers als zu schwer, sodass er verstarb", teilte Veranstalter AvD schriftlich mit. Der Lößnitzer war nicht nur selbst als Fahrer, sondern auch als Förderer in der Rallyeszene aktiv. Als Sponsor hatte er das Porsche-Duo Petra und Ruben Zeltner sowie Mitsubishi-Routinier Peter Corazza unterstützt.

Der tödliche Unfall am Freitag ist nicht der erste bei der Sachsen-Rallye. Im Jahr 2006 verloren zwei Männer südlich von Zwickau ihr Leben, als ein von Fahrer David Langheinrich gesteuerter Trabant mit mehr als 100 Stundenkilometern auf nasser Strecke ausgangs einer Kurve umkippte und mit dem Dach voran in einen Baum schlitterte. Der 27-jährige Vogtländer Langheinrich und sein Berliner Co-Pilot Oliver Bleich, der nur 28 Jahre alt wurde, konnten nur noch tot aus dem Fahrzeugwrack geborgen werden. Damals wurde die Rallye nach Absprache mit den Angehörigen fortgesetzt.

Im Jahr 2009 traf es einen Zuschauer: Bei der Prüfung auf der B 93 war ausgangs des Tunnels in Zwickau ein Fotograf angefahren und schwer verletzt worden. Im Jahr 2016 raste ein Team in Beiersdorf gegen eine Grundstücksmauer.

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