Scharfe Kritik an Karte für Ehrenamtler

Zwickau bekommt nun auch die Rabattkarte, nur ein Fortschritt ist sie nicht

Zwickau.

Wer sich ehrenamtlich in der Muldestadt engagiert, kann künftig nun auch in Zwickau die sächsische Ehrenamtskarte bekommen und damit Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Nur sind die Rabatte gering und gehen weit an der Lebensrealität von Ehrenamtlern vorbei. Stadträte und Stadtverwaltung zeigen sich gleichermaßen enttäuscht.

Die Karte wird als Angebot des Freistaats herausgegeben und soll Vergünstigungen für Ehrenamtler beinhalten, um deren Engagement zu würdigen. Doch außer kleineren Rabatten auf mehrheitlich sehr spezielle Angebote war offenbar nichts zu holen. Unter anderem greift die Karte bei Sonderfahrten der Verkehrsbetriebe und ermöglicht Nutzern des Stadtarchivs eine halbierte Tagesgebühr. "Eine noble Geste, aber für ehrenamtliche Arbeit wäre eine ganz andere Unterstützung nötig gewesen", sagt entsprechend Jens Juraschka, SPD-Stadtrat und Geschäftsführer des Vereins Gemeinsam Ziele erreichen, der eine Vielzahl ehrenamtlicher Arbeit koordiniert. "Auch wir als Verwaltung sind nicht zufrieden", sagt Finanzbürgermeister Bernd Meyer (Die Linke). "Sinnvoll wäre ein kostenloses Nahverkehrsticket gewesen, aber da müssen wir ehrlich sein: Das kann unser Haushalt nicht leisten", sagt Oberbürgermeisterin Pia Findeiß. Sven Itzek (AfD) kommentiert an die Dresdner Regierungskoalition von CDU und SPD gerichtet: "Pfui, schämt euch."

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