"Schlingel" füllt Kinosäle

Insgesamt 30 Filme werden im Zwickauer "Astoria" innerhalb des internationalen Filmfestivals gezeigt. Den Auftakt machte am Dienstag eine deutsch-tschechische Koproduktion.

Zwickau.

Der Saal ist voll besetzt, langsam gehen die Lichter aus, und nur noch wenige tuscheln. Eine deutsch-tschechische Koproduktion eröffnet das Zwickauer Programm des Kinder- und Jugendfilmfestivas "Schlingel". Sogar der Regisseur des Films, Ivan Pokorny, ist bei der Vorstellung anwesend. Bis Freitag werden noch Filme innerhalb des Filmfestival im Zwickauer Kino "Astoria" gezeigt.

Veranstalter und Leiter ist Michael Harbauer, zugleich Geschäftsführer des Sächsischen Kinder- und Jugendfilmdienstes. Insgesamt werden an nur vier Tagen im Zwickauer "Astoria" 30 aktuelle Langfilme und zahlreiche Kurzfilme gezeigt. Von Animation bis Drama ist jedes Genre vertreten. Vormittags sind die Säle für Schulklassen reserviert, am Abend können alle interessierten Gäste am Filmfestival teilnehmen.

Den Auftakt bildete der Jugendfilm "Orangentage". Im Kinosaal saßen Schüler des Zwickauer Peter-Breuer-Gymnasiums, die lachten oder auch mal stutzen, wenn auf der Leinwand ernstere Themen aufgegriffen wurden.

Im Film geht es um ein zwei junge Verliebte in Tschechien, wobei der Vater des Jungen Probleme mit seiner Arbeit und mit den hofeigenen Pferden hat. Zudem muss sich Protagonist Darek neben seiner Beziehung auch um seine geistig behinderte Schwester kümmern. Pokorny hat mit dem Film, der auf einem Buch seiner Frau Iva Procházková basiert, eine Tragikkomödie geschaffen, mit der er Heranwachsende ansprechen will, die gerade dabei sind, nach der Schule ins Leben zu starten. Dabei hat er auch kritische Töne eingearbeitet, beispielsweise wenn es um Transporte von Pferden zu Schlachthöfen im Ausland geht.

Die Dreharbeiten zum Film "Orangentage" dauerten 25 Tage und fanden sowohl auf Deutsch als auch Tschechisch statt, da die Schauspieler aus verschiedenen Ländern stammen. Der Regisseur drehte im Herbst und Sommer, um einen Zeitsprung einzubauen zu können.

"Am Film hat mir eigentlich allesgut gefallen", sagt einer der Schüler beim Verlassen des Kinos. Sonst schaue er zwar lieber Marvelfilme (Filme über Superhelden, verfilmte Cimics) an, aber auch "Orangentage" sei ganz lustig gewesen. "Dafür sind Filme da", sagte Veranstalter Harbauer. Und weiter: "Kino soll beeindrucken und alle Zuschauer mit auf eine Reise nehmen, wo sie noch nie waren."

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