Schnäppchenjäger überbieten sich

Nicht abgeholte Fundsachen sind am Mittwoch versteigert worden. Dabei profitierte die Stadt auch von der Liebe zum FSV Zwickau.

Zwickau.

Sie sterben nicht aus, die Turnbeutelvergesser. Immer wieder wächst eine neue Generation heran. Mehr als ein Dutzend ausgesuchter Sportsachen hängt am Garderobenständer. Meist im säuberlich zusammengestellten Set aus Jacke, T-Shirt, Hosen und Schuhen - für kleines Geld zu haben mit der passenden Umhängetasche.

Seit 15 Uhr umrunden Frauen und Männer die Schaustücke, fassen sie an, lesen die Größen nach, manch einer macht sich Notizen. Andere sind damit beschäftigt, die 35 Fahrräder unter die Lupe zu nehmen, die neben der Aula der Pestalozzioberschule in Zwickau aufgereiht sind. Einige sind deutlich ab- genutzt, andere liebevoll gepflegt - aber vergessen wurden sie alle. Vermutlich. So ganz kann Mario Schulz vom Ordnungsamt der Stadt nicht erklären, wie mehr als 30 Drahtesel und Mountainbikes den Weg ins Fundbüro genommen haben. Einige hat die Polizei dort abgeliefert, an- dere wurden gefunden. Wie man ein Fahrrad vergisst? Schulz weiß es nicht. Er ist sich aber sicher, dass sie nicht gestohlen wurden, denn die Verwaltung hat die Rahmennummern mit den angezeigten Diebstählen verglichen. "Sogar mehrfach", sagt Schulz, der auch einen DVD-Spieler im Angebot hat sowie ein paar sehr gut erhaltene Skistiefel. "Das kam nicht von der Polizei, sondern wurde gefunden und bei uns abgegeben."


Es geht los. Mehr als 150 Besucher, darunter auch einige Händler, haben in der Aula Platz genommen. Susann Marx aus der Stadtverwaltung bietet als erstes ein Fahrrad an, das für 25 Euro einen neuen Besitzer findet. Wenig später ist auch der DVD-Spieler vergeben - für 5 Euro.

Die Fundsachen werden sechs Monate lang aufgehoben, dann gibt es im Amtsblatt noch mal einen Aufruf, der Besitzer möge sich melden. "Meist mit wenig Erfolg", sagt Schulz. Ist diese Frist verstrichen, können die Dinge versteigert werden. Allerdings bleibt der Erlös zunächst unangetastet. Denn meldet sich ein Besitzer noch, dann hat er noch eine Zeit lang zumindest Anspruch auf das Geld. Die eigentlichen Fundstücke aber gehören den Meistbietenden.

Nach einer halben Stunde haben sich Garderobenständer und Tisch schon etwas geleert. An der Seite steht ein Mann, der bereits drei Fahrräder ersteigert hat, während Susann Marx ein weiteres Set an Sportsachen feilbietet. Ein Dress des FSV Zwickau samt passenden Shorts, Schuhen und weiterem Zubehör, alles Markenware. "Dann kann man auch direkt zum FSV gehen", sagt die Auktionatorin und gibt bei 31 Euro den Zuschlag. Andere Sets gehen für einen Bruchteil davon weg.

Noch ist einiges zu haben: Barbies, Regenschirme und eine Reihe von Computern, Laptops und Bildschirmen. Die Technik ist nicht gefunden, sondern von der Verwaltung aussortiert. Auch die findet ihre Käufer.

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