Schönfels hat neue Museumschefin

Susann Lentzsch rannte schon als kleines Mädchen durch die Gänge der Höhenburg. Die Leipzigerin tritt am 1. Oktober an - mit so einigen Ideen.

Susann Lentzsch - Neue Leiterindes Museums aufBurg Schönfels

Für Sie berichtet: Jochen Walther

Die neue Chefin des Museums auf Burg Schönfels heißt Susann Lentzsch. Die 39-jährige Leipzigerin tritt offiziell am 1. Oktober ihren Posten an. Darauf hat sich der Gemeinderat geeinigt, der damit dem Vorschlag der Gemeindeverwaltung folgte. Die Promovierte Mittelalter-Archäologin löst Sebastian Kulling ab, dessen Vertrag im Juni innerhalb der Probezeit im "gegenseitigen Einvernehmen" aufgelöst wurde. Der Historiker wiederum war Ina Schumann gefolgt, die nach Nossen wechselte und dort das Adelsmuseum übernahm.

Laut Bürgermeister Tino Obst (parteilos) waren bis zum 3. Oktober zehn Bewerbungen im Rathaus eingegangen. Darunter habe sich auch die Bewerbung einer Mitarbeiterin befunden. "Sieben Bewerbungen erfüllten die Anforderungen an den benötigten Bildungsabschluss", sagte Obst. "Das war keine leichte Entscheidung", betonte er. Denn in die Endrunde hätten es zwei gleich gute Kandidaten geschafft. Schließlich habe sich das fünfköpfige Gremium, das die Vorstellungsgespräche führte, für die studierte Mittelalter-Archäologin entschieden.

Darüber freut sich Lentzsch, die zum Thema "Mittelalterlicher Bergbau" promovierte. Nach dem Studium in München war sie unter anderem im Landesamt für Archäologie in Dresden sowie im Stadt- und Bergbaumuseum in Freiberg tätig. Zuletzt übernahm sie als Projektleiterin die Neugestaltung der Dauerausstellung des Museums auf Burg Ranis nahe dem thüringischen Pößneck.

Dass die Fachfrau die Schönfelser Burg bereits gut kennt, kommt nicht von ungefähr. Schon als Kind rannte sie durch die Gänge hinter den dicken Mauern. Immer dabei: Ihre inzwischen verstorbenen Großeltern, die in Neuplanitz lebten. "Dadurch bin ich sehr oft in Zwickau gewesen, ich kenne und mag die Stadt und ihre Umgebung", sagte Lentzsch, die nun beabsichtigt, mit ihrer Familie von Leipzig in die Zwickauer Region umzuziehen.

Noch könne sie zwar kein fertiges Konzept aus der Schublade holen, sie wisse aber eines bereits sehr gut: "Die Ausstellungen sind sehr burgspezifisch. Ich würde deshalb gern mehr Mittelalter zeigen", erklärte die Expertin. Gleichwohl betonte sie immer wieder , dass Burg- und Baugeschichte ebenso wichtig sind. Ebenso will sie sich dafür stark machen, dass es mit der Erneuerung der Höhenburg nach den gegenwärtigen Bauarbeiten weitergeht. "Die Außenansicht sollte weiter aufgewertet werden", sagte Lentzsch, die ihre Mitarbeiter noch nicht kennenlernen konnte.

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