Schriftenreihe beleuchtet KZ-Außenlager bei Horch

Die 18. Ausgabe der Zeitschrift "Cygnea" des Zwickauer Stadtarchivs nimmt Aufarbeitung in den Fokus

Zwickau.

Die neue Ausgabe der Zwickauer Stadtarchiv-Schriftenreihe "Cygnea" wirft unter anderem ein Schlaglicht auf das ehemalige KZ-Außenlager bei den Horch-Werken in der Muldestadt. In Zwickau gab es mehrere Lager für Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge, die in den wichtigsten Firmen der Rüstungsproduktion eingesetzt waren - unter anderem bei der Auto Union AG mit den dazugehörigen Werken Audi und Horch. Maike-Marie Herden thematisiert in ihrem Beitrag für die Schriftenreihe die Umstände, unter denen Häftlinge dort arbeiteten. Auch in der Land- und Forstwirtschaft und im Steinkohlenbergbau griff man auf deren Arbeitskraft zurück. In nahezu jedem Betrieb wurde die Produktion durch Fremdarbeiter unterstützt.

Wie das Kulturamt mitteilte, wird die 18. Ausgabe von "Cygnea" ihren Verkaufsstart anders als sonst nicht zum historischen Markttreiben erleben, da die Veranstaltung wegen der Covid-19-Pandemie abgesagt werden musste. Dennoch habe man am Erscheinungstermin Mitte September festgehalten. Neben der Geschichte über das Außenlager beschäftigen sich weitere Beiträge mit dem 100-jährigen Jubiläum der Robert-Schumann-Gesellschaft, der Wendezeit im Spiegel der Erinnerung und mit Seilherstellern im Revier Zwickau-Oelsnitz. Die Herausgeber ließen sich eigenen Angaben zufolge bei der Themenauswahl von der vierten Sächsischen Landesausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" leiten.

Das Heft ist wie immer im Stadtarchiv, den Kunstsammlungen Zwickau, Max-Pechstein-Museum, den Priesterhäusern Zwickau und im Robert-Schumann-Haus Zwickau zum Preis von 4 Euro erhältlich. Die Reihe wurde 2002 ins Leben gerufen. Die Einzelausgaben erscheinen im Einjahresrhythmus. (ael)

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