Schuluntersuchungen im Landkreis Zwickau ziehen sich bis April hin

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Erst 2150 von 2800 Schulanfängern aus dem Landkreis haben sich im Gesundheitsamt vorgestellt. Die Mediziner halten sich mit einer Einschätzung zu Folgen der langen Kita-Schließungen zurück.

Landkreis.

Die Einschulungsuntersuchungen erstrecken sich diesmal im Landkreis Zwickau über einen viel längeren Zeitraum als in den vergangenen Jahren. Sie werden wahrscheinlich bis Ende April andauern. Normalerweise sollen die Untersuchungen der angehenden Schulanfänger zwischen August und Februar über die Bühne gehen, um bis zur Einschulung auf Probleme reagieren zu können - beispielsweise mit einer Vorstellung beim Augenarzt oder eine Unterstützung durch Logopädie und Ergotherapie.

Die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes, der im Gesundheitsamt des Kreises angesiedelt ist, haben bisher 2150 von 2800 Einschulungsuntersuchungen durchgeführt. Die Zahlen teilt Landkreis-Sprecherin Ilona Schilk mit. Zum Vergleich: Im Februar 2020 waren bereits 2528 Einschulungsuntersuchungen abgeschlossen. Der aktuelle Rückstand wird unter anderem mit einer veränderten Terminvergabe begründet, die wiederum auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sei. "Pro Untersuchungsteam wird ein Kind mit einer Begleitperson im Abstand von 45 Minuten bestellt. Somit werden Kontakte vermieden. In den vorangegangenen Jahren betrug die Zeitdifferenz noch 30 Minuten", sagt Schilk. Auf Termine in den Außenstellen Glauchau und Limbach-Oberfrohna sei verzichtet worden, da sich dort die erforderlichen Hygienemaßnahmen nicht umsetzen lassen würden. Sie berichtet, dass die Einschulungsuntersuchungen trotz der Belastungen für das Gesundheitsamt aufgrund der Corona-Pandemie bisher ohne Unter- brechung laufen würden. In anderen sächsischen Landkreisen wurden Termine zwischenzeitlich ausgesetzt.

Die meisten der fünf- und sechsjährigen Kinder, die vor dem Schulstart untersucht werden, erlebten bereits zwei Lockdowns. Zwischen März und Mai 2020 sowie zwischen Dezember 2020 und Mitte Februar 2021 blieben die Kindertagesstätten mit Ausnahme einer Notbetreuung geschlossen. Mit einer Bewertung, wie sich die fehlenden Kontakte zu Gleichaltrigen und Erziehern auf die Entwicklung der Mädchen und Jungen ausgewirkt haben, hält sich der Landkreis zurück. "Konkrete Daten können erst Ende April benannt werden. Auch Rückschlüsse auf Auswirkungen des Lockdowns können dann erst gezogen werden", sagt Schilk.

Auf die Ergebnisse ist auch der Kreiselternrat gespannt. "Es muss genau herausgearbeitet werden, wo es Auffälligkeiten gibt", sagt Annett Hertel, Vorsitzende des Kreiselternrates. Sie regt dabei an, dass die Zahlen der aktuellen Einschulungsuntersuchungen mit den Werten aus den letzten vier bis fünf Jahren verglichen werden sollen. Sie hofft, dass der Kreiselternrat die Ergebnisse vorgelegt bekommt, möglichst auch in Landeselternrat und Bundeselternrat getragen werden." Hertel macht deutlich, dass die Kinderbetreuung während den Lockdowns von Tag zu Tag schwieriger geworden ist - auch bei den Vorschülern: "Nur wenige Familien verfügen über die Didaktik, um Dinge so wie Fachkräfte mit einer pädagogischen Ausbildung vermitteln zu können."

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