Schwamme-Schwemme: Nicht alle sind genießbar

Noch vor einem Monat hatten Pilzberater in der Region kaum etwas zu tun. Jetzt kommen bis zu 20 Sammler am Tag, um ihre Schwamme überprüfen zu lassen. Vor allem bei weißen Pilzen fischen die Experten giftige heraus.

Zwickau/Mülsen.

"Kommt Regen, kommen auch die Pilze", hatte Pilzberater Uwe Vogel vor vier Wochen im "Freie Presse"-Interview prophezeit, als es darum ging, ob das Pilzjahr angesichts der Trockenheit schon verloren ist. Und er hat Recht behalten. Nach intensiven Niederschlägen sprießen die Waldfrüchte, gibt es eine regelrechte Schwamme-Schwemme. "Dass es so viele werden, damit hatte ich aber nicht gerechnet. Es ist einfach überwältigend", sagt Vogel.

Das hat allerdings auch den Effekt, dass die Pilzberater, die in dem heißen und teilweise sehr trockenen Sommer kaum aufgesucht wurden, jetzt viel zu tun haben. "Seit etwa zwei Wochen kommen die Sammler mit ihren Pilzkörben. Oft sind es sechs bis sieben an einem Tag", sagt der Michelner. Bei Thomas Klemm aus Thurm, der auch über seine Funknummer erreichbar ist, sind es derzeit sogar zehn bis 20 pro Tag. "Und zwar nicht nur am Wochenende", sagt der erfahrene Pilzberater.

Beide Experten machen darauf aufmerksam, dass nicht nur viele Speisepilze wie Maronen und Steinpilze wachsen, sondern auch giftige und ungenießbare. "Jetzt kommen die Pantherpilze. Sie wachsen vor allem in Parkanlagen und an Waldrändern sowie in Wäldern unter Laubbäumen", sagt Uwe Vogel. Sogar auf einem Schulgelände in Crimmitschau habe er mehrere Exemplare entdeckt.

Beide Berater sagen, dass beim Pilzesammeln auf Wiesen derzeit besondere Vorsicht geboten sei. "Nicht jeder weiße Pilz ist ein leckerer Champignon", so Klemm. "Es gibt auch giftige Champignons, die auch Egerlinge genannt werden, beispielsweise den Karbol-Egerling. Bei Schirmpilzen kann es ebenfalls leicht zu Verwechslungen kommen." Der Grüne Knollenblätterpilz ist den beiden Experten dieses Jahr noch nicht in die Finger gekommen.

Die Pilzberater sind optimistisch, dass die Schwamme-Schwemme in Westsachsen noch eine Weile anhält. Schließlich seien die Herbstpilze, zu denen beispielsweise unterschiedliche Ritterlinge gehören, erst im Kommen, genau wie die Hallimasche. "Letztere sind nur roh giftig, nach 30 Minuten kochen aber eine gute, würzige Pilzmahlzeit", so Vogel.

Eine Pilzausstellung, bei der Pilzberater aus dem Landkreis Zwickau ein breites Sortiment Schwamme präsentieren und über Speise- sowie giftige Pilze anschaulich informieren, findet am Sonntag von 11 bis 17 Uhr im Rahmen der Kirmes in Mülsen St. Micheln auf dem Gelände der Schule im Mülsengrund, Schulweg 4 in Mülsen, statt.

www.freiepresse.de/pilzberater

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