Schwanenstadt beginnt zu leben

Ende Oktober beginnen die Bauarbeiten am Spielplatz an der Meltzerwiese. Die Idee orientiert sich an der Stadtgeschichte.

Zwickau.

Die Hoffnungen, den neuen Spielplatz an der Meltzerwiese am Zwickauer Schwanenteich quasi als Geschenk für die Kinder zum 900-jährigen Stadtjubiläum komplett mit Spenden zu finanzieren, haben sich nicht erfüllt. Mit 128.000 Euro, die bisher auf dem Spendenkonto eingegangen sind, wäre ein reichliches Viertel der Bausumme von insgesamt 434.000 Euro gedeckt.

Dennoch sollen in der letzten Oktoberwoche die Bauarbeiten für die "Schwanenstadt" beginnen. Mit der Spendensumme ist immerhin der städtische Eigenanteil von 144.700 Euro nahezu vollständig gesichert. Zwei Drittel der Kosten für den Neubau können mit Fördermitteln abgedeckt werden. Der Bauausschuss beauftragte auf seiner jüngsten Sitzung zwei Firmen mit dem Abbruch der alten Spielanlagen sowie der Gestaltung der Landschaft und den Aufbau der künftigen Spielstadt. 286.400 Euro werden in diese Arbeiten investiert. Die Summe weckte bei einigen Stadträten offenbar sofort Begehrlichkeiten. "Was geschieht mit dem restlichen Geld", wollte unter anderem Lars Dörner (Grüne) wissen. Der Leiter des Garten- und Friedhofsamtes, Jörg Voigtsberger, wies darauf hin, dass bereits 77.000 Euro an Planungskosten bezahlt worden seien. Was noch übrig bleibe, werde in zusätzliche Ausstattung investiert. Der Sprecher der Stadtverwaltung, Mathias Merz, ergänzte: "Sowohl die Fördermittel als auch die Spenden sind zweckgebunden." Das Geld könne daher nicht in den städtischen Haushalt fließen. Zudem ist es mit dem bloßen Bau der Spielstadt nicht getan. Jedes Jahr wird die Anlage rund 10.000 Euro an Unterhalt kosten.

Die Gestaltung der 2500 Quadratmeter großen "Schwanenstadt" knüpft an Darstellungen im Zwickauer Stadtwappen und die Schwanensage an: Drei Türme, drei Schwäne, drei Schwanenprinzessinnen sowie die Quelle und der Riese Einheer aus der Chronica Cygnea. Rund um einen zentralen "Marktplatz" entstehen "Marktbuden", Sitzstufen, eine Bühne sowie Stadttore und Wehrgänge aus Seilkonstruktionen. Die einzelnen Türme werden mit unterschiedlichen Spielangeboten kombiniert. Der Schwanenturm wird unter anderem mit Kletterwand und einer langen Rutsche ausgestattet, die über den Stadtgraben, der die Anlage umschließt, hinausgeht.

Außerhalb des Grabens wird es eher feucht. Dort haben die Mädchen und Jungen die Möglichkeit Wasser aus der Wunderquelle zu pumpen, dass in einen Spielbereich fließt, der weitere Erfahrungen mit dem Element ermöglicht. Das erinnert an den Meltzerteich, der sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts dort befand. Bunte Schwaneneier dienen hier als Sitzgelegenheiten. Als Material werden vorzugsweise Holz, farbig lasierte Skulpturen, Edelstahlrutschen, naturfarbene Netze und Fallschutz aus Sand und Kies verwendet.

Im Frühsommer soll die "Schwanenstadt" den Kindern zur Verfügung stehen, wie Rathaussprecher Mathias Merz sagte. Von den ehrgeizigen Plänen, den Spielplatz noch in diesem Jahr weitgehend fertigzustellen, hat sich die Stadt offenbar getrennt. Die Meltzerwiese steht auch nach dem Bau der Schwanenstadt für das individuelle Spielen, einem Picknick oder einem Sonnenbad zur Verfügung.

Gespielt wird auf der Meltzerwiese schon seit fast 70 Jahren. In den frühen 1950er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war zunächst eine Spielwiese angelegt worden, auf der 1955 die ersten Spielgeräte aufgestellt und ein Sandkasten eingebaut wurden. Im Jahr 1993 ließ das Garten- und Friedhofsamt dort die Spielburg mit Klettertürmen, Burgmauern und Rutschen entwerfen und bauen.

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