Schwerstkranke sollen mehr Rückhalt bekommen

Fast 1600 Unterschriften haben die Zwickauer Oberbürgermeisterin überzeugt: Sie schlägt dem Stadtrat vor, die Charta für die Betreuung Sterbender zu unterzeichnen.

Zwickau.

Es ist nur eine Unterschrift - aber eine, die vieles sagt und so manches bewirken kann. Die Stadt Zwickau möchte der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen beitreten. Der Stadtrat soll diesem Anliegen während seiner Sitzung am Donnerstag zustimmen.

Der Vorschlag kommt von Oberbürgermeisterin Pia Findeiß, ins Rollen gebracht wurde der Stein aber durch eine Gruppe Studenten des Pflegemanagements von der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Die haben sich mit Professorin Ute Rosenbaum in einem Projektseminar mit dem Thema Hospiz auseinandergesetzt. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Betreuungsmöglichkeiten für Schwerstkranke in Westsachsen nicht reichen. Sie starteten eine Unterschriftenaktion, um ein Nachdenken über das Thema anzuschieben. Es geht nun mit dem Vorschlag weiter, besagter Charta beizutreten.

Aus Westsachsen gibt es sechs Unterschriften, so vom Hospizverein Elisa und der Stadtmission, in ganz Sachsen hat keine einzige Stadt oder Gemeinde unterschrieben. Das ist in anderen Bundesländern anders. Zwickau soll also zumindest im Freistaat eine Vorreiterrolle übernehmen.

Im Petitionsausschuss des Rates haben die Studenten ihr Projekt noch einmal erläutert, sagt Ute Rosenbaum. Sollte der Rat seine Zustimmung geben, heißt das noch nicht, dass in Zwickau ein stationäres Hospiz entsteht, so die Professorin. Doch sie hofft, dass sich Interessenten und Ansprechpartner finden. Solch eine Einrichtung, betont sie, ist in den Augen der Studenten eine notwendige Ergänzung zu bestehenden Angeboten im Kreis, etwa dem Hospiz in Werdau, das nicht so viele Plätze bieten kann wie nachgefragt werden. "Das heißt nicht, dass andere Angebote wie die Palliativstation im Heinrich-Braun-Klinikum, keine gute Arbeit leisten. Aber diese Station kann Schwerstkranke nur so lange betreuen, wie es etwas zu behandeln gibt." Menschen, die austherapiert sind, brauchen andere Ansprechpartner. Damit das Thema nicht wieder untergeht, wollen die Studenten weiter daran arbeiten. Auch soll innerhalb des Studium generale, das für alle Menschen offen ist, Raum für Informationen dazu geschaffen werden.

Die Charta setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind. Die Trägerschaft hat unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin übernommen. Fünf Leitsätze beschreiben Aufgaben und Ziele im Umgang mit Sterbenden.

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