Schwimmkurse im Landkreis Zwickau ausgebucht: Trotz langer Wartelisten gibt es einen Rettungsanker

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Die Coronapandemie hat ein halbes Jahr den Sprung ins kühle Nass verhindert. Der entstandene Stau lässt sich in Westsachsen vorerst nicht aufholen - trotz gut gemeinter Gutschein-Angebote vom Freistaat.

Landkreis.

Die beiden Schwimmkurse, die 2022 von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Glauchau angeboten werden, sind schon ausgebucht. Der SV Zwickau von 1904 nimmt aktuell gar keine Anmeldungen für Schwimmkurse entgegen. Hier müssen zunächst die begonnenen Lehrgänge beendet werden. Diese beiden Beispiele zeigen: Die Coronapandemie hat für einen Stau bei der Schwimmausbildung gesorgt. Als "problematisch und besorgniserregend" bezeichnet Marcel Kahlert die Lage. Der Meeraner, der sich im Kreiselternrat engagiert, ist Vater einer Viertklässlerin und eines Schulanfängers. Er sagt: "Das Thema sorgt bei vielen Eltern für Kopfzerbrechen, gerade jetzt vor Beginn der Urlaubszeit."

Ein (möglicher) Rettungsanker: In den Sommerferien bieten das Freibad in Waldenburg und das Freizeit- und Erlebnisbad im Crimmitschauer Ortsteil Mannichswalde wieder Schwimmstunden an. In Waldenburg findet der Unterricht unter dem Motto "Schwimmen macht Spaß" von Montag bis Freitag, jeweils 9 bis 10 Uhr, statt. Kostenpunkt: 20 Euro pro Stunde. Die Teilnehmer-Obergrenze liegt bei maximal zehn Kindern pro Schwimmstunde. "Die Nachfrage ist sehr groß", sagt Tourismusamt-Mitarbeiterin Nadine Werner. Sie berichtet, dass auch tageweise Anmeldungen möglich wären. Kinder, die ins Wasser springen und mindestens 25 Meter schwimmen, erhalten die Seepferdchen-Urkunde, die im Preis enthalten ist. Im Freizeit- und Erlebnisbad in Mannichswalde werden 7,75 Euro pro Schwimmstunde fällig - 6 Euro für den Kurs und 1,75 Euro für den Eintritt. "Die Eltern melden ihre Kinder für einen bestimmten Tag an. 9.15 Uhr ist Beginn. Die Kinder werden nach Schwimmfertigkeiten in Gruppen eingeteilt", sagt Wolf-Dietrich Hegenbarth vom Fachbereich für Bildung, Kultur und Sport in der Stadtverwaltung in Crimmitschau.

Andernorts wird auch in den Sommerferien auf Schwimmkurse gesetzt, die allerdings voll sind. Das Freibad im Rödelbachtal in Hartmannsdorf bietet zwei dreiwöchige Schwimmkurse am Ende der Sommerferien an. Diese kosten 75 Euro. "Allerdings sind sie schon lange ausgebucht", sagt Schwimmmeister André Weck. Bereits seit 30 Jahren gibt es im Hartensteiner Erlebnisbad in den Sommerferien Schwimmkurse. "Der diesjährige findet vom 26. bis zum 30. Juli statt und ist ausgebucht", sagt Schwimmmeister Kai König. Der Hartensteiner Bürgermeister Martin Kunz (Bürgerliche Wählervereinigung) sagt, dass die 30 Euro Kursgebühr bei weitem nicht kostendeckend sind. "Wir bezuschussen ihn als Stadt", sagt er. Der Schwimmkurs, der in den ersten beiden Wochen im Sahnbad in Crimmitschau durchgeführt wird, ist mit 15 Teilnehmern ausgebucht. Auch die Schwimmkurse, die im Johannisbad stattfinden und 100 Euro kosten, sind voll. Extra-Kursangebote in den Sommerferien werden aus verschiedenen Gründen ausgebremst. Christoph Kraus, Vorsitzender des SV Zwickau von 1904, ärgert sich, dass die Glückauf-Schwimmhalle aufgrund von Wartungsarbeiten nicht zur Verfügung steht. Kursen in Freibädern steht er skeptisch gegenüber. "Weil es bei ungünstiger Witterung nicht lange dauert, bis die Kinder frieren", sagt Kraus,

Aufgrund der Coronapandemie ist ein großer Teil des Schwimmunterrichtes, der normalerweise in den zweiten Klassen stattfindet, im Schuljahr 2020/21 ausgefallen. Zwischen November 2020 und Mai 2021 war für die rund 2300 Mädchen und Jungen kein Sprung ins kühle Nass möglich. Zahlen zur Anzahl der Schwimmer und Nichtschwimmer liegen dem Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) nicht vor. In den letzten Wochen wurde - unter anderem an der Koberbachtalsperre und in Hartenstein - versucht, mit Schwimmlagern einen Teil des Defizits aufzuholen.

"Der Schwimmunterricht soll für die Schüler der jetzigen zweiten Klassen im neuen Schuljahr weitergeführt werden", sagt Arndt Schubert, Pressesprecher des Lasub. Damit droht eine Verschiebung des Problems: Wenn keine zusätzlichen Lehrer und keine zusätzlichen Zeiten in den Schwimmhallen zur Verfügung stehen, dürfen die künftigen Zweitklässler erst später mit dem Schwimmunterricht starten. Jene 10.000 sächsischen Schüler aus Grund- und Förderschulen, die nach dem eingeschränkten Schwimmunterricht im Schuljahr 2019/2020 noch nicht schwimmen können, bekommen Schwimmkurs-Gutscheine im Wert von 120 Euro vom Freistaat. Sie können bis Mitte 2022 für außerschulische Kurse eingelöst werden. Die größte Herausforderung ist die Suche nach einem Lehrgang, der bis dahin noch nicht ausgebucht ist.mit vim

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