So oder so

Schwansinn: Was Zwickau diese Woche bewegte

Man kann überhaupt nicht so viel vor- und zurück- rudern, wie es die derzeit überschwappende Stimmung in der Gesellschaft verlangt. Ständig muss man Stolpersteine umschiffen oder besser: Felsen, die einen in den Weg gelegt werden, während hier ja angeblich alles den Bach runtergeht. Also so deutschlandweit, Sie wissen schon. Wobei maritime Metaphern in diesem Zusammenhang nicht die besten sind. Frisör-Vergleiche sind da angebrachter, weil sich Leute wahlweise über den Löffel balbiert fühlen oder zu Unrecht mit ihnen suspekten Personen über einen Kamm geschoren. Davon können wir ein Lied klagen. Bestes Beispiel: der Zwickauer Neumarkt. Schreiben wir über ausländische Jugendliche, die rumpöbeln, Leute anmachen und den Platz zumüllen, müssen wir uns vor der Nazi-Keule ducken. Schreiben wir, dass man mit einer gewissen Lebhaftigkeit leben muss, wenn man mitten in die Stadt zieht, bürstet man uns in die links-grün-versiffte-Systemberichterstatter-Schublade. Schreiben wir, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und ist nicht in einem Satz zu erklären - dann will das keiner wissen.

Und wie macht man es nun richtig? Am besten mit einer Mischung aus Anstrengung und Selbstbewusstsein. So präsentierte die Oberbürgermeisterin am Freitag ihre Stadt der Familienministerin - sie benannte einerseits die Baustellen und zeigte andererseits die Ergebnisse früherer Bemühungen vor. Das Resultat war eine Ministerin, die über die schöne, die schön sanierte Stadt staunte. Und die lernte, wie viele Menschen sich für ihre Stadt und ihre Nachbarn engagieren. Genau so gewinnt eine Stadt wie Zwickau wieder Oberwasser.

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