So sieht der Kompromiss für das Theater aus

Zwickau gewinnt mehr Einfluss - Plauen erhält dafür ein Vetorecht

Zwickau.

Mit der Entscheidung des Plauener Stadtrats vom Dienstag, den ausgehandelten Kompromiss abzusegnen, ist der monatelange Streit um die Zukunft des Theaters Plauen-Zwickau beigelegt. Zwar steht die Entscheidung des Zwickauer Stadtrats dazu noch aus, sie gilt aber als reine Formsache.

Das Papier enthält im Wesentlichen alles, was Zwickau ohnehin angeboten hatte: Finanziell mehr Lasten zu übernehmen, gleichzeitig mehr Einfluss zu gewinnen, ohne aber Plauen bei wichtigen Entscheidungen zu übergehen. Gerade letzteres hatte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) bei fast jeder Gelegenheit betont, nur eben mündlich. Jetzt ist der Plauener Einfluss in Form eines Vetorechts im Grundlagenvertrag festgeschrieben worden. Der entsprechende Kompromiss war zwischen den Oberbürgermeistern der Städte sowie den Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen am 7. Januar 2019 ausgehandelt worden.

Demnach wird der bisher paritätisch besetzte Aufsichtsrat so verändert, dass Zwickau künftig sieben, Plauen nur noch vier Mitglieder entsendet. Der Aufsichtsrat ist künftig für die Bestellung und Abberufung des Intendanten zuständig. Die wichtigsten Veränderungen betreffen die Gesellschafterversammlung. Auch diese war bisher paritätisch besetzt, in Zukunft hält Zwickau dort zwei Drittel der Stimmen. Damit kann Zwickau aber nicht im Alleingang weit reichende Entscheidungen treffen: Die Bestellung von Geschäftsführern, die Schließung einzelner Sparten oder ganzer Hauptspielstätten sowie die Eintrittspreise bedürfen für eine Änderung einer Dreiviertelmehrheit.

Da der Kompromiss zudem vorsieht, dem Kulturpakt des Freistaats beizutreten und für die Mitarbeiter zum normalen Tarifvertrag zurück zu kehren, dürfte die Anzahl der Vorstellungen steigen. Bisher hatten die Mitarbeiter für ihren geringeren Lohn einen Freizeitausgleich bekommen. Die Folge waren weniger Auftritte. Finanziell muss Zwickau durch die Auflösung des Haustarifs in diesem Jahr 1,2 Millionen Euro zusätzlich aufbringen, Plauen 430.000 Euro. Der neue Grundlagenvertrag soll bis Ende 2022 gelten.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...