Sperrmüll angezündet: Menschen in Lebensgefahr

Unbekannte haben Freitagmorgen Sperrmüll neben einem Mehrfami-lienhaus in Zwickau in Brand gesteckt. Die Flammen griffen auf das Gebäude über und sorgten für 100.000Euro Schaden. Von den Bewohnern wurde zum Glück niemand verletzt.

Zwickau.

Durch einen Brand aus dem Schlaf gerissen worden sind am Freitagfrüh Bewohner des Mehrfamilienhauses Heinrich-Heine-Straße 59/Ecke Rosa-Luxemburg-Straße. Wie Andreas Scheibe, Lagedienstführer bei der Berufsfeuerwehr in Zwickau, berichtet, war 4.37 Uhr ein Notruf im Lagezentrum eingegangen, dass Sperrmüll neben diesem Gebäude brennt. Noch während des Gesprächs sei der nächste Notruf gekommen.

"Wir haben daraufhin sofort unsere Leitstelle hochgerüstet, damit wir für weitere Anrufer gewappnet sind und jeden gezielt und in Ruhe befragen können, beispielsweise ob Menschen an den Fenstern stehen. Die verschiedenen Anrufer haben ja auch verschiedene Perspektiven, von denen aus sie das Brandgeschehen beobachten. Diese Beobachtungen sind für uns wichtig", sagt der Brandoberinspektor. Insgesamt habe es zwölf Notrufe zu dem Brand gegeben.

Scheibe berichtet, dass bereits 4.42 Uhr, also fünf Minuten nach dem ersten Notruf, Feuerwehrleute an der Einsatzstelle angekommen seien. Die Berufsfeuerwehr war mit sechs Fahrzeugen und 16 Leuten ausgerückt, die Freiwillige Feuerwehr Zwickau-Mitte mit zwei Fahrzeugen und 16 Leuten. Die Flammen hatten sich bereits an der Wärmedämmschicht des Hauses hoch gefressen. Durch die starke Hitze seien die Fensterscheiben in diesem Bereich durchgebrannt.

Der Beamte sagt, dass ein Teil der Einsatzkräfte sofort das Feuer löschte, während ein anderer Teil ins Haus geschickt wurde, um Menschen zu retten. An einer Wohnung hätten die Retter die Tür eintreten müssen, um die Bewohner zu wecken und in Sicherheit zu bringen. Der Einsatzleiter habe derweil noch die Marienthaler Wehr angefordert, die mit acht Leuten anrückte. Insgesamt waren also 40 Feuerwehrleute vor Ort. Auch vier Rettungswagen mit sieben Mann Besatzung eilten zum Einsatzort. Die Wache der Berufsfeuerwehr war während des Einsatzes durch die Freiwillige Feuerwehr Oberhohndorf besetzt worden. Andreas Scheibe sagt, dass alle Hausbewohner evakuiert werden konnten. Kurz nach 7 Uhr war der Einsatz beendet. Das Ergebnis: Die Polizei schätzt den Sachschaden nach ersten Erkenntnissen auf rund 100.000 Euro. Die drei Wohnungen an der Seite, an der der Sperrmüllhaufen entzündet worden war, seien stark verrußt und derzeit unbewohnbar. Während ein Bewohner bei Nachbarn untergekommen ist, nahmen einen weiteren Verwandte auf. Eine sechsköpfige Familie wurde in einem Hotel untergebracht, soScheibe. Feuerwehrleute seien dann am Freitag über den Tag nochmehrfach zu Nachkontrollen in das Mehrfamilienhaus ausgerückt.

Wie Polizeisprecherin Christina Friedrich auf Anfrage informiert, ermittelt die Kriminalpolizei jetzt in diesem Fall wegen schwerer Brandstiftung. Sie sucht Zeugen, die am frühen Freitagmorgen verdächtige Personen in der Nähe des Tatortes gesehen haben. "Vielleicht gibt es auch Zeugen, die die unbekannten Täter beim Entzünden des Sperrmülls beobachtet haben", so Christine Friedrich.


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