Sportler an der Hochschule

Für mehr als 80 junge Leute beginnt bereits in dieser Woche ihr Studium in Zwickau. Denn sie müssen zunächst Deutsch pauken. Und nicht nur sie.

Für Sie berichtet: Sara Thiel

Drei Wochen vor dem regulären Semesterbeginn kehrt das Leben an die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) zurück. Junge Menschen aus 21 Ländern haben diese Woche mit einem Deutsch-Intensivkurs begonnen, der drei Wochen dauern wird.

Mehr als 80 Frauen und Männer haben sich für die Kurse eingeschrieben. Ein Rekord: "Wir haben in diesem Jahr so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie noch nie", sagt Ines Busch-Lauer, Professorin für Englisch und Verantwortliche für den Deutsch-Intensivkurs. Es war ein fast babylonisches Sprachengewirr, das am ersten Kurstag vorherrschte. Denn die künftigen Studenten reisten aus folgenden Ländern an: Albanien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, China, Jordanien, Kasachstan, Kirgistan, Korea, Polen, Spanien, Taiwan, Türkei, Turk- menistan, Frankreich, Norwegen, Tschechische Republik, Russland und der Ukraine. Doch nicht nur angehende Studenten möchten bei dieser Gelegenheit deutsch lernen. Unter ihnen sind auch ein Au-pair aus Südafrika sowie vier Sportler aus Serbien, die für die die Zweit- liga-Wasserballer des SV 04 Zwickau antreten werden.

In fünf Gruppen - je nach vorhandenem Vorwissen - lernen die jungen Leute nun drei Wochen lang die deutsche Sprache. 90 Unterrichtseinheiten sind dafür eingeplant, dann muss eine erste Verständigung klappen. Neben dem Unterricht in der Hochschule gibt es noch andere Dinge, die die Deutsch-Schüler tun können. Die Professorin hat einige Tipps parat: Sie empfiehlt, Filme in deutscher Sprache zu schauen. "Und Radio mit deutschen Songs hören, da lernen Sie auch den Sprachrhythmus." Um das zu unterstreichen, hat sie gleich in die erste Stunde den Song "In ein paar Jahren" von Christina Stürmer mitgebracht - in der Hoffnung, dass der Ohrwurm das erste Eis bricht. Doch nicht nur Musik soll den Lernenden die Sprache näherbringen. Es stehen auch Ausflüge auf dem Programm, um Land und Leute kennenzulernen. Zudem wollen die Sprachschüler auf eine kulinarische Reise durch ihr neues Gastland gehen und bei Essen und Trinken tiefere Einblicke in die deutsche Seele erhalten.

Geplant sind darüber hinaus Besuche in Zwickauer Museen und im Ubineum. Auch das historische Markttreiben am Wochenende ist Bestandteil des Unterrichts. Darüber hinaus haben die Schüler die Möglichkeit, an einem Tandem-Projekt teilzunehmen. Dabei unterstützen sich zwei Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache gegenseitig beim Lernen.

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