Sprachheilschule wird deutlich teurer

Zwickau greift für den Neubau noch tiefer in die Tasche - und das nicht nur für Kinder, die aus der Stadt kommen.

Zwickau.

Der Neubau der Sprachheilschule "Anne Frank" in Zwickau darf mehr Geld kosten. Die Stadträte haben der Kostensteigerung während der jüngsten Sitzung mit nur einer Ausnahme zugestimmt.

Damit kostet die Schule rund eine Million Euro mehr - 6,9 Millionen Euro insgesamt. Die Kostensteigerung erklärte Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) unter anderem mit den Gegebenheiten des Baugrundes. Dazu führte CDU-Fraktionschef Thomas Beierlein aus, dass eine Bohrpfahlgründung nötig wird - das heißt, das gesamte Gebäude wird auf tief in die Erde reichende Pfähle gesetzt, um mehr Stabilität zu erlangen. Das sei aber eben teuer, sagte er.

Auch die Kosten für die Außenanlagen der Sprachheilschule inklusive einer Regenrückhaltung sowie für Planer und Gutachter sind nach Auskunft von Kathrin Köhler deutlich gestiegen. "Wir haben aber nicht nur alle Erhöhungen eins zu eins aufaddiert", versicherte sie. Die Verwaltung habe dabei auch nach Möglichkeiten zum Sparen von Geld gesucht.

Dennoch: Es wird deutlich teurer. Auf die Kosten schlägt sich auch nieder, dass man den Neubau nicht mehr nur als Schule ansieht, sondern als Kompetenzzentrum. Das bedeutet eine Aufstockung, die das Landesamt für Schule und Bildung befürwortet. Es wird mit zwölf Klassen und maximal 164 Schülern gerechnet, die nicht nur aus Zwickau, sondern aus gesamt Südwestsachsen kommen. Das Landesamt weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass seit langem ein stetiger Zuwachs an sprachauffälligen Kindern beobachtet werde. Insgesamt soll die Einrichtung also so gebaut werden, dass sie sich erweitern lässt - im Inneren, aber auch auf den Freiflächen.

Die Baubürgermeisterin sagte während der Ratssitzung, dass die Sanierung der alten Anne-Frank-Schule trotz der Kostensteigerung nicht preiswerter wäre als das Neubauprojekt. Davon habe sie sich bei einem Vor-Ort-Termin mit Stadträten überzeugt. Auch eine generelle Änderung der Baupläne steht nicht zur Debatte. Stadtrat Carsten Schick (FDP) hatte angefragt, ob die höhere Bausumme auch daher komme, dass ein Rundbau anstelle eines eckigen Gebäude geplant ist. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) antwortete, diese Form sei bereits von Anfang an geplant gewesen.

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