Stadt will Neubau für den Landkreis hinsetzen

Zwickau hat eine Studie für ein Bürogebäude in Auftrag gegeben. Doch der künftige Nutzer wusste bisher gar nichts von dem Vorhaben.

Zwickau.

Die Stadt Zwickau will möglicherweise einen Teil der Parkflächen im Zwickauer Verwaltungszentrum an der Werdauer Straße opfern und darauf ein Bürogebäude errichten. Seit Juli 2019 ist die Stadt im Besitz der Immobilie und kann auch über bauliche Veränderungen allein entscheiden. Das Liegenschafts- und Hochbauamt hat für 11.900 Euro eine "Studie zur Planung eines Neubaus über drei bis vier Etagen für Büro- und Verwaltungseinheiten Landkreis Zwickau im VWZ" bei einem Zwickauer Architekturbüro in Auftrag gegeben. Das geht aus einer Informationsvorlage hervor, die den Mitgliedern des Bauausschusses vorgelegt wurde.

Die Studie ist inzwischen fertig, jedoch offenbar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Auch Stadträten ist das Vorhaben nicht bekannt. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) will das Papier zunächst dem Ältestenrat, also den Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen, vorstellen, heißt es aus dem Pressebüro. Darüber hinaus ist man im Rathaus zu diesem Thema nicht sehr mitteilsam. "Es geht hier übergeordnet um die weitgehend zentrale Unterbringung der Landkreisverwaltung im Verwaltungszentrum und die Schaffung moderner Arbeitsbedingungen nach Arbeitsstättenverordnung", teilte Heike Reinke von der Pressestelle auf Anfrage der "Freien Presse" mit. Vor allem soll das Dezernat Jugend, Soziales und Bildung an einem zentralen Standort untergebracht werden, so Reinke.

Von einer solchen zentralen Unterbringung hält man auch im Landratsamt viel. Allerdings: "Seitens der Kreisverwaltung wurde keine Studie zum Neubau eines Verwaltungsgebäudes verlangt", sagte die Pressesprecherin der Kreisverwaltung, Ilona Schilk. Die von der Stadt Zwickau beauftragte Untersuchung geht dagegen schon im Titel davon aus, dass die "Büro- und Verwaltungseinheiten für den Landkreis Zwickau" gebaut werden sollen. Schilk bestätigte lediglich, dass über die Anmietung weiterer Flächen im Verwaltungszentrum verhandelt werde. Dabei allerdings soll es sich um Räume im bestehenden Haus 5 handeln.

Der Landkreis hatte sich bereits im Jahr 2016 davon verabschiedet, einen eigenen Neubau zu errichten. Stattdessen sollte ein Mietobjekt zur Unterbringung des Dezernates gesucht werden. Dazu hatte es ein Jahr später eine Ausschreibung über 170 Büroarbeitsplätze gegeben, die in maximal einem Kilometer Entfernung vom Verwaltungszentrum liegen sollten. Damals wollte sich die Stadt daran beteiligen. Doch die Ausschreibung blieb insgesamt ohne ein greifbares Ergebnis.

Die Unterlagen schlossen einen eigens dafür errichteten Neubau übrigens nicht aus. Nur konnte die Stadt im Jahr 2017 wegen fehlenden Eigentums weder ein entsprechendes Angebot unterbreiten noch Planungen in Auftrag geben. Doch mittlerweile sind diese Bedingungen erfüllt. Nun müssen die Beteiligten nur noch miteinander reden.

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