Starke Frauen und überraschte Männer

Ein Bergbruder stellt sich auf den Andrang zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag ein. Der Intendant des Theaters kann die neue Spielzeit kaum erwarten. Eine junge Frau hat den besonderen Blick.

Ina Jakob und ihre vier Mitstreiterinnen vom Clan McGregor/Mosel haben am Samstag bewiesen, dass es starke Frauen längst nicht nur im übertragenen Sinne gibt. Die fünf Damen im Alter zwischen 15 und 46Jahren sind bei den Highland Games ihres Vereins im Freibad Crossen angetreten - zu ihrem Vergnügen, aber auch zur Freude der Zuschauer. Dabei zeigten sie, dass sie selbst einen 28 Kilogramm schweren Baumstamm durchaus auf die leichte Schulter nehmen können. Seit 2016 ist die Stennerin Ina Jakob aktives Clanmitglied. Etwa fünfmal im Jahr treten die Damen bei einem Wettkampf an - und trainieren dafür auch. Manche von ihnen gehen dazu ins Fitnessstudio, andere bevorzugen das Training direkt mit den schweren Requisiten.

Wolfgang Prehl (69), Bergbruder und Chef der Natur- und Heimatfreunde aus Kirchberg, blickt am Sonntag mit seinen Mitstreitern auf 15 Jahre harte Arbeit zurück. Zum Tag des offenen Denkmals bietet das Vereinsbergwerk "Engländerstolln" Einblicke in die Arbeit der Bergleute, die über mehrere Jahrhunderte hinweg Schätze aus der Erde gruben. Dieser Tag steht auch im Zeichen des Jubiläums, denn es ist dem Verein zu verdanken, dass über die Jahre aus einem zugeschütteten Loch wieder ein Stollen geworden ist, der den Besuchern offensteht. Inzwischen ist es auch möglich, noch weiter in die Geschichte zurückzugelangen, denn es besteht ein Zugang zum Martin-Römer-Stollen aus dem 13. Jahrhundert. Für alle, die sich nicht unter die Erde getrauen, haben Prehl und seine Mitstreiter weitere Angebote auf dem Vereinsgelände: Schauschnitzen, ein Spielstand für Kinder, Naturschutzberatung, Verkauf von Mineralien und Literatur. (sth)

Günter Otto (65), seines Zeichens Lehrer, ist anlässlich seines letzten Arbeitstages mit einem Oldtimer ins Kirchberger Christoph-Graupner-Gymnasium chauffiert worden. Rein zufällig verfügte das betagte Gefährt passend zum Fahrgast sogar über einen Otto-Motor. "Ich mag es normalerweise nicht, so im Mittelpunkt zu stehen. Trotzdem bin ich von dem Ganzen ziemlich überwältigt. Das habe ich absolut nicht erwartet", gab der überraschte Pädagoge sichtlich bewegt zu. Seit 1983 war Otto als Physik-, Mathematik- und Astronomielehrer am Gymnasium tätig. Nun verliert die Bildungseinrichtung ihren dienstältesten Lehrer. Bevor Otto nach Kirchberg kam, war er zunächst sieben Jahre als Lehrer in Löbau tätig. Kopfzerbrechen darüber, er könnte in seinem wohlverdienten Ruhestand ein Opfer der Langeweile werden, macht sich der 65-Jährige jedoch nicht. "Ich habe Haus und Garten, da gibt es immer etwas zu tun. Außerdem schwebt mir schon seit längerer Zeit vor, eine Gartenbahn anzulegen. Das erste Material hierfür liegt schon bereit", sagte er.

Susi Joost (30), angehende Erzieherin, hat auf besondere Weise dazu beigetragen, dass der Marienthaler Pauluskindergarten optisch ein wenig schöner wird. Sie verzierte bislang graue Wände im Kellergeschoss der Einrichtung mit bunten Meeresmotiven, darunter ein Schiff, ein Leuchtturm und Fische. "Hauptamtlich arbeite ich in der Diakonie und absolviere hier während meiner dualen Ausbildung zur Erzieherin ein Praktikum. Die Idee zu diesem Projekt kam mir, als ich mit den Kindern gemalt habe und dabei auch eine Unterwasserwelt entstanden ist", sagte Susi Joost. Bei der Kita-Leitung traf ihr Einfall nicht nur auf Zustimmung, sondern wurde auch mit der Übernahme der Kosten für die notwendige Farbe unterstützt. Alles andere finanzierte die Hobbymalerin über private Spenden. Bei der Ausführung der Wandgestaltung durften auch die Knirpse mit helfen. Die 30-Jährige hat noch weitere Ideen, mit denen sie die Kita-Räume aufhübschen möchte. "Leider reicht dafür die verbleibende Praktikumszeit nicht aus. Da werde ich wohl ein paar Stunden meiner Freizeit ranhängen", sagte sie. (awo)

Roland May (63) kann es kaum erwarten. Für den Generalintendanten des Theaters Plauen-Zwickau ist die Sommerpause vorbei, sämtliche Sparten des Hauses gehen wieder voller Energie an den Start. Und so ruft der Intendant am Wochenende gleich zweimal "Vorhang auf!" Unter diesem Titel steht die Eröffnungsgala, die am Samstag, 19.30 Uhr, sowie am Sonntag ab 16 Uhr im Bürgersaal des Zwickauer Rathauses stattfindet. Für May ist das die Gelegenheit, das Programm der Schauspieler und Sänger für die kommenden Monate vorzustellen. Ganz frisch vom Strand kommt das Ensemble unterdessen nicht. Es hat mit dem Schauspielstück "Pinocchio" in der "Alten Posthalterei" bereits einen erfolgreichen Saisonauftakt hingelegt. May stellt nun mit allen Spartenleiterinnen und Spartenleitern die Stücke der neuen Spielzeit vor. Versüßt wird der Ausblick auf die kommenden Monate mit musikalischen und szenischen Ausschnitten der geplanten Stücke. Dabei kann man Kostproben des Musicals "Love Me Tender" sehen sowie der Operette "Die lustige Witwe". Auch die Tänzer stellen sich vor -mit einem Einblick in den Ballettabend "Arbeiten! Rausch! Gehirn Zerschmettern!" über Max Pechstein. (sth)

Astrid Steffens aus Hartenstein hat einen Blick für das Besondere. Das hält die Frau gern fotografisch fest und überrascht damit auch die Betrachter ihrer Bilder. Unter dem Titel "Einblicke - Ausblicke" stellt sie derzeit in der Bibliothek der Roten Schule in Oelsnitz/E. aus. Was zunächst wirkt wie Fotos aus fernen Ländern, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen oder beim Lesen der Titel als durchaus hiesiges Fotomotiv: Die Aufnahmen stammen aus der Miniwelt Lichtenstein. Aus ungewohnter Perspektive und mit überlegten fotografischen Raffinessen vermag die Hartensteinerin auch vermeintlich schlichten Motiven eine einzigartige Wirkung abzuringen. Astrid Steffens widmet sich seit zehn Jahren der Fotografie. "Anfangs habe ich noch viel mit automatischer Einstellung gearbeitet, doch seit etwa 2011 stelle ich fast alles manuell ein." Sie nutzt Langzeitaufnahmen und Graufilter, um aus Bächen eine fast märchenhaft-mysteriöse Landschaft zu machen. Das kommt nicht nur in Deutschland gut an. Sie stellt derzeit auch als eine von zwölf Fotografen in der Galerie Wul in Seoul/Südkorea aus. (czd)

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