Stereoact begeistern Massen

Mit der Idee, zur Walpurgisnacht eine kleine Bühne aufzubauen und namhafte DJs auflegen zu lassen, haben die Organisatoren des Zwickauer Frühlingsfestes voll ins Schwarze getroffen.

Zwickau.

Die etablierten Walpurgis- oder Hexenfeuer haben in diesem Jahr in Zwickau ernsthafte Konkurrenz bekommen. Nicht die Größe des funkensprühenden Haufens erwies sich dabei als entscheidend, sondern das Drumherum. Die Schausteller des Zwickauer Frühlingsfestes haben mit ihrer Aktion auf dem Platz der Völkerfreundschaft für richtig Stimmung gesorgt. Hunderte Schaulustige nutzten den Sonntagabend zu einem Abstecher auf das Festgelände, das die Organisatoren für ein paar Stunden um eine spezielle Attraktion bereichert hatten: Eine Bühne am Rande des Rummels wurde zum Disko-Areal mit hämmernder Musik, die selbst die lautesten Fahrgeschäfte locker übertrumpfte. Zugpferde wie Stereoact, die mit dem Titel "Die immer lacht" bundesweit bekannt wurden, und Der Hauer lockten Vertreter aller Generationen an. So sagte ein 58-Jähriger: "Ich bin schon eine kleine Ewigkeit nicht mehr auf dem Rummel gewesen. Das lag daran, dass ich immer das Gefühl hatte, die wollen nur mein Geld. Aber heute wird den Besuchern richtig was geboten - ohne extra dafür löhnen zu müssen." Auch eine junge Frau (22) fand die Idee der Schausteller super. "Die denken mit und machen sich richtig einen Kopf, wie sie Leute anlocken können. Es ist einfach so, dass nicht jeder Zwickauer automatisch auf Robert Schumann steht. Und nach der Musik von Schumann ausgelassen abtanzen? Das will ich mir lieber nicht vorstellen. Stereoact sind da deutlich besser", sagte sie. Ein positives Echo auch von einem Vertreter der mittleren Generation. So sagte ein 36 Jahre alter Mann, Vater eines achtjährigen Sohnes und einer drei Jahre älteren Tochter: "Es führt kein Weg daran vorbei. Wenn du kein Rabenvater sein willst, musst du mit deinen Kindern zu einem Hexenfeuer gehen. Ich hatte aber immer irgendwie ein mulmiges Gefühl, wenn die Reisighaufen zu groß waren. Hier passte es. Gut, die Musik ist Geschmackssache. Auf der anderen Seite sprechen die vielen Leute eindeutig für das Ganze."

Aber es gab auch kritisch Töne. So beklagte ein Anwohner die nach seinem Empfinden zu laute und eintönig hämmernde Musik. "Außerdem ist alles mit Autos zugeparkt, auch die Anwohnerstellplätze. Ich halte nichts von solchen Auswüchsen des Rummels", schimpfte er.

Eventmanager Lars Weinert (40) spricht trotzdem von einer erfolgreichen Veranstaltung. Vom Grundkonzept her sei es richtig und wichtig gewesen, familiengerechte Angebote und solche für alle Generationen zu unterbreiten. Das ist in seinen Augen gelungen. "Als wir das Ganze zusammen mit den Zwickauer Schaustellern ausgebrütet haben, ahnten wir nicht, dass der Zuspruch derart groß sein würde. Im Vorfeld saßen alle Beteiligten, also auch die Stadt, an einem Tisch, um sich abzustimmen", machte er deutlich. Kommentar von Rico Einenkel (38), einem der beiden DJs von Stereoact: "Es ist eine geile Idee, auf einem Rummelplatz den Spaßfaktor mit der Musik zu verbinden."

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