Streed Food Festival Zwickau: Würmer, Strietzel, Burger

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Das Street-Food-Festival auf dem Platz der Völkerfreundschaft in Zwickau zieht nicht nur Hungrige an, sondern vor allem Menschen, die kulinarisch etwas anderes ausprobieren wollen.

Zwickau.

Hunger leiden muss an diesem Wochenende auf dem Platz der Völkerfreundschaft in Zwickau niemand. Street Food on Tour hatte mit etwa 40 Ständen, an denen sich alles um eine schnelle Mahlzeit drehte, nach fast anderthalb Jahren Pause wieder seine Zelte beziehungsweise Foodtrucks in der Muldestadt aufgeschlagen. Bratwurst und Frikadellen suchte man jedoch vergeblich, dafür konnten sozusagen als Imbiss der besonderen Art Leckereien aus verschiedenen Kontinenten probiert werden. Das eine oder andere war dann auch etwas gewöhnungsbedürftig. Carola Weiding schloss angesichts der Buffalowürmer, die Ankasten Abdo an seinem Stand verkaufte, die Augen . "Ne, das muss ich nicht haben", verzog die junge Frau das Gesicht. Doch ihr Freund hatte 6 Euro in eine Tüte der in Holland gezüchteten Mehl- und Buffalowürmer investiert. "Irgendjemand wird die jetzt essen müssen", sagte er lachen und schielte zu seiner Freundin. "Immerhin schmecken die tatsächlich nussig", konterte diese.

Lisa-Marie Fietz hatte es da besser getroffen. Sie hatte von ihrem Freund einen Baumstrietzel, ein gemischtes Eis mit einer dicken Gebäckhülse drumherum, spendiert bekommen. Die beiden Annaberger waren "aus Versehen" mitten im Street-Food-Festival gelandet. "Wir wollten Freunde besuchen und haben die Schilder gesehen", sagten sie. Da es ihnen gefiel wollten sie noch eine Weile bleiben und "was fürs Abendessen besorgen". Unter dessen klang irischer Folk von der Bühne. John Barden, der den Zwickauern vom Stadtfest bestens bekannt ist, freute sich wieder in der Schumannstadt auftreten zu können, wenn auch in diesem Jahr das Stadtfest wegen der Coronapandemie wieder ausfällt. Corona spielte bei Fabian und Emanuel Tauchert auch eine Rolle - allerdings in flüssiger Form. Die mexikanische Biermarke schmeckte, nicht nur wegen der Außentemperaturen, auch wenn sie nicht dem deutschen Reinheitsgebot unterliegt. Das Bier selbst wird in Belgien gebraut.

Veranstalter Alexander Kopke ist froh, dass die Pandemie wieder Veranstaltungen dieser Art wieder zulässt. Besucher können auf die Maske verzichten, müssen jedoch entweder zwei Mal geimpft oder genesen sein oder einen aktuellen Test vorlegen. "Sonst ist das hier auf dem Platz unter freiem Himmel sehr entspannt", sagte er. Platz ist ausreichend vorhanden. Etwa 6000 Zuschauer erwartet er bis zum Sonntagabend. "Das sind zwar weniger als in den letzten Jahren", sagte Kopke, aber immerhin sei es wieder ein Anfang nach schweren Monaten. "Corona hat vielen Händlern arg zugesetzt", sagte er. Daher könne er auch nicht ausschließen, dass bei dem einen oder anderen ein "paar Cent mehr" für die Angebote berechnet werde.

Sophie Rögner bezahlte für einen deftigen Bürger gern etwas mehr - sofern der gut ist. Am "Kitchen Table" (Küchentisch) bei Torben Körtje war der Burger mit Lamm- und Rindfleisch sowie Ziegenkäse und einigen anderen Zutaten "echt lecker". Hier könne es aushalten, sagte 20-jährige, die mit Freunden gekommen war. "Es ist einfach ein großartiges Essen hier", sagte Max Gründer, der in Jena studiert und mit seinen Freunden über das Festival bummelte. Er hatte sich für einen Barbecue-Spieß entschieden.

Ihren Gastrotraum haben sich Nici und Christoph Sommerfeld erfüllt. Sie sind mit ihrem Food-Anhänger mit Namen "Hoppelpoppel" zu ersten Mal in Zwickau. Die Idee für ihre Spezialität, das Tomatenpfannenbrot haben sie aus Italien mitgebracht. "Daran ist tatsächlich alles vegan", versichert Christoph Sommerfeld, der zuvor ein paar Jahre als Koch gearbeitet hat. Selbst das Brot, das Spinatpesto und der Mozzarella sind vegan. Neben dem Verkauf des Tomatenpfannenbrotes leisten die beiden Überzeugungsarbeiten und kommen mit vielen Kunden ins Gespräch. "Unser Angebot wird gut angenommen", sagte Sommerfeld. Jetzt haben die beiden ihren Job aufgegeben und sich mit "Hoppelpoppel" selbstständig gemacht.

Das Street Food-Festival hat noch einmal am Sonntag von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3 Euro. Alexander Kopke plant schon für das nächste Jahr. "Ich denke wir kommen auch im nächsten Jahr wieder - sofern uns Corona lässt". (nkd)

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