Streit über Laternen in Mülsen geht weiter

Auch in Micheln soll umgerüstet werden - Es gibt eine Beschwerde

Mülsen.

Mit Stimmenmehrheit der CDU und von Impuls hat die Firma Elektro-Opel aus Gersdorf auch den Auftrag bekommen, die Straßenlaternen in Mülsen St. Micheln umzurüsten. Der Entschluss für diesen 168.000-Euro-Auftrag fiel gegen die Stimmen der Freien Wähler (außer Dieter Unger) und CDU-Ratsmitglied Jörg Röhner. Andreas Kühn (SPD) enthielt sich. Die Firma hatte bereits im Vormonat den Auftrag bekommen, die Lampen in St. Jacob zu erneuern, nachdem sie schon die in St. Niclas und Ortmannsdorf umgerüstet hatte. In einem anonymen Schreiben wurde jedoch Kritik an deren Arbeit und Material geäußert. Nach Rathausangaben ist das Dorf offenbar in einen schon lange schwelenden Konflikt zwischen Lampenfirmen geraten.

Freie-Wähler-Fraktionschef Michael Franke erinnerte an seinen Vorschlag, die Vorwürfe von einem unabhängigen Planungsbüro prüfen zu lassen. "Wir wissen ja nicht, wer recht hat." In dem anonymen Schreiben hieß es, dass die Firma Leuchten verbaut habe, die längst nicht die besten sind, dass sie nicht zugelassene Kabelbinder und falsche Kabel verwendet hatte. Bauamtsleiter André Rademacher erklärte, dass der Rat sich für diese Art der Leuchten entschieden hatte. Für die Kabelbinder habe die Firma einen Nachweis vorgelegt und auch begründet, warum bei kurzen Stücken weiße Kabel verwendet wurden. Und dass im gesamten Dorf die gleichen Lampen brennen, ist Bürgermeister Hendric Freund (parteilos) zufolge auch vom Rat beschlossen worden.


Auch Jörg Röhner (CDU) hätte sich gewünscht, eine Drittmeinung zu hören. Alle Vorwürfe wurden nur vom Lampenhersteller ausgeräumt, nicht von einem unabhängigen Experten. Freund erinnerte: "Wir haben eine Din-Norm und eine Herstellergarantie."

Franke brachte zudem in Erfahrung, dass die Vergabe für die Jacober Lampen noch nicht rechtskräftig ist. Laut Landesdirektion Chemnitz liegt das Verfahren der Vergabekammer noch nicht vor. "Aktuell prüft Mülsen", so Vizebehördensprecher Gunter Gerick. Erst wenn die der Rüge nicht abhelfen kann, werden die Unterlagen der Nachprüfstelle zur Entscheidung vorgelegt. Bis dahin darf nicht gebaut werden.

Andreas Kühn (SPD) fragte, ob in den Michelner Laternen die an der Webergasse inbegriffen ist. Die Gemeinde hatte den beschädigten Mast abgebaut, seither ist dort zappenduster. Rademacher musste diese Antwort schuldig bleiben.

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