Streit um verschlossenes Burgtor

Stets konnten die Besucher des Museums in der Burg Stein schon vor Beginn der Führungen in den Hof und dort warten. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Die Kommune will den bisherigen Zustand wieder herstellen und droht dem Besitzer des alten Gemäuers mit Mietkürzung.

Hartenstein.

Schon mal in den Burghof gehen, vielleicht bei Regen im Durchgang Unterschlupf finden, bis zur vollen Stunde die Führung startet, das war bisher gang und gäbe und ist gegenwärtig in der Burg Stein in Hartenstein nicht mehr möglich. Alfred Prinz von Schönburg-Hartenstein, der Besitzer der Immobilie, lässt das Tor jetzt tagsüber verschlossen.

Bürgermeister Andreas Steiner (parteilos) ärgert das. Die Kommune ist mit dem Museum dort eingemietet. "Mancher potenzielle Besucher denkt vielleicht, dass zu ist, wenn er nicht mehr wie früher reinkommt, und geht verärgert wieder", sagte Steiner zur jüngsten Stadtratssitzung. Er berichtete, dass Museumsleiter Markus Döscher jetzt zu jeder vollen Stunde das Tor von innen öffnen muss, um zu sehen, ob Besucher draußen warten.

Tino Moritz und Kai Kollenberg

Sachsen 2019:Der „Freie Presse“-Newsletter zur Landtagswahl von Tino Moritz und Kai Kollenberg

kostenlos bestellen

Der Besitzer der Burg sei nicht davon abzubringen, das Tor tagsüber geschlossen zu halten. Dabei widerspreche das dem notariellen Vertrag, der 1996 nach dem Verkauf der Immobilie an den Prinzen zwischen ihm und der Stadt abgeschlossen wurde. "Ich finde das eine ungeheuerliche Frechheit. So geht man nicht miteinander um, zumal im Schlosshof nie etwas passiert ist", wetterte Steiner im Stadtrat. Er berichtete, dass die Kommune die monatliche Miete in Höhe von 640 Euro, die sie für das Museum zahlt, um 200 Euro kürzen will, wenn das Tor verschlossen bleibt. Außerdem erwäge die Stadt eine einstweilige Verfügung zu erwirken, die das Ziel hat, dass das Tor während der Öffnungszeit des Museums wieder offen bleibt.

Alfred Prinz von Schönburg-Hartenstein sagte auf Anfrage: "So wie vorher finden die Führungen im Museum in der Burg Stein nur zur vollen Stunde statt. Die Besucher warten jetzt nicht mehr im Hof vor der Museumstür, sondern vor dem Burgtor." Deshalb gehe kein Besucher verärgert weg, schätzt von Schönburg-Hartenstein ein. Im Mietvertrag mit der Stadt Hartenstein sei ausdrücklich nur die Nutzung des oberen Burghofes für den Museumsbetrieb vereinbart. Der untere Burghof, um den es sich hier handele, müsse nur begehbar gehalten werden, was nach wie vor der Fall sei. Warum er nach so langer Zeit plötzlich das Tor verschlossen hält, dazu äußerte sich Alfred Prinz von Schönburg-Hartenstein auf Anfrage nicht.

Die Stadt hat bisher weder die Miete gekürzt noch eine einstweilige Verfügung auf den Weg gebracht. "Wir arbeiten derzeit weiter daran, den alten Zustand im Einvernehmen mit dem Burgbesitzer wieder herzustellen. Und das so schnell wie möglich. Unser Ziel ist es, dass das Burgtor bis Ostern tagsüber wieder geöffnet bleibt. Da kommen erfahrungsgemäß immer viele Museumsbesucher", sagte der Bürgermeister.

Das Museum in der Burg Stein ist täglich, außer donnerstags und freitags, geöffnet. Ab 10 Uhr finden zu jeder vollen Stunde (außer 12Uhr) Führungen statt. Die letzte startet um 16Uhr.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...