Student gibt in zwei Metiers Vollgas

An der Westsächsischen Hochschule Zwickau wird derzeit wieder ein Renner für die Formel Student entwickelt. Ein junger Rennfahrer aus Hohenstein-Ernstthal ist an dem Aufbau beteiligt.

Hohenstein-Ernstthal/Zwickau.

Die genauen Fakten darf Max Günther noch gar nicht erzählen. Bis zur offiziellen Vorstellung in wenigen Tagen ist das neue Formel-Rennwagen-Projekt an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) noch ein streng gehütetes Geheimnis. Soviel darf er allerdings sagen: "Ich arbeite an der Entwicklung des Monocoques für den neuen Renner der WHZ in der Formel Student mit, dabei konstruiere ich eine spezielle Teilstrebe", sagt er.

Max Günther, der in diesem Jahr sein Abitur am Lessinggymnasium in Hohenstein-Ernstthal bestanden hat, studiert jetzt an der WHZ Kraftfahrzeugtechnik. Mit Studienbeginn hat er sofort das WHZ Racing-Team verstärkt. Seine Erfahrungen als Rennfahrer kommen dem Team dabei zugute. Denn Günther gibt nicht nur beim Studium Vollgas, sondern seit etlichen Jahren auf den Rennstrecken. Der 19-Jährige weiß mit Speed, Grip, Fliehkräften und Abtrieb ganz praktisch umzugehen. Die ersten Erfahrungen sammelte Max Günther im Bambini-Kart, das er 2006 von Vater Roland bekam, der selbst einst Kartfahrer war. Langsam stellten sich Erfolge ein. 2014 holte er beim Ostdeutschen ADAC Kart Cup Bronze. Dann der Umstieg auf den Tourenwagen, ein kleiner Kia Picanto. Mit dem schaffte er es im zweiten Jahr auf Rang 4 der Gesamtwertung in der polnischen Tourenwagenserie, dem Kia Lotos Cup. 2018 dann der Sprung in die Langstreckenmeisterschaft. Das hieß: Rennen nicht unter drei Stunden und viel mehr Dampf unter der Haube. Günther schaffte mit seinen Fahrerkollegen in der Langstreckenmeisterschaft DMV NES 500 mehrere Podestplätze. In diesem Jahr zunächst für ein Dresdner Racing-Team auf der Piste, wechselte er für die letzten beiden Rennen auf dem Nürburgring wieder zum Thüringer Lubner-Team. Beim ersten Rennen wechselte sich der Hohenstein-Ernstthaler mit dem Finnen Seppo Hunt und dem Deutschen Philipp Walsdorf hinterm Lenkrad des 340PS-Opel Astra OPC ab. Wir haben unsere Klasse ziemlich überlegen gewonnen", zieht er Bilanz. Auch das zweite Rennen auf der legendären Eifel-Piste, bei dem ein völlig anderer Rennmodus auf der Langstrecke gefahren wurde, konnte das Team für sich entscheiden. "Da ging es nicht nur um schnelle Runden, sondern auch identische Zeiten." Diesmal teilte er sich nur mit dem Finnen das Cockpit. "Die Rennen brauchte ich unbedingt für die B-Lizenz. Die internationale C-Lizenz habe ich. Die andere ist aber notwendig, wenn ich noch eine Etage höher fahren will", sagt er. Sei erklärtes Ziel: "Irgendwann will ich im Oberhaus des deutschen Langstreckenrennsports mitfahren und auf längere Sicht vielleicht ein 24-Stunden-Rennen bestreiten." Dafür trainiert er mit Ehrgeiz. "Ich bin Mitglied beim SSV Blau-Weiß Gersdorf, gehöre der Abteilung Schwimmen an. Natürlich absolviere ich auch das nötige Pensum an Fitnesstraining", sagt er. Wohin die Reise im kommenden Jahr geht, steht noch nicht fest. Das hängt vor allem davon ab, wie erfolgreich er bei der Sponsorensuche sein wird.

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