Supersommer lässt die Kassen klingeln

Sonne und tropische Temperaturen haben in den nun zu Ende gehenden Schulferien die Urlauber, die nicht weggefahren sind, in die Freibäder gelockt. Dort freut man sich über hohe Besucherzahlen.

Zwickau.

Während Landwirte über die lang anhaltende Trockenheit klagen, freuen sich Badbetreiber über ein Wetter wie im Mittelmeerraum. Eine Umfrage der "Freien Presse" in Zwickau und dem Altkreis Zwickau ergab, dass überall die Kassen klingeln.

Strandbad Planitz: Schwimmmeisterin Anja Weiß freut sich mit den Gästen über den "besten Sommer seit Jahren". Sie berichtet, dass in den vergangenen Tagen, als das Thermometer weit über die 30-Grad-Marke kletterte, stets mehr als 3000 Besucher gezählt worden seien. "Alle haben genügend Platz in unserer großen Anlage", sagt sie. Außerdem werde das Strandbad mit seiner 3000 Quadratmeter großen Wasserfläche verschiedenen Ansprüchen gerecht. "Während die einen gern im Wellen- oder dem Massagebecken liegen, schwimmen andere lieber im 50-Meter-Becken", so Anja Weiß. "Aber wir haben auch einen Fünf-Meter-Turm, eine Rutsche und ein Kinderplanschbecken."

04-Bad Zwickau: Arne Pflug, der Vorsitzende des Fördervereins 04-Bad Zwickau, ist begeistert vom lang anhaltenden schönen Wetter. "Es beschert uns die beste Saison seit bestimmt sieben Jahren", sagt er. Zurzeit würden täglich 1000 bis 1500 Besucher ins Bad strömen, dass mit 50-Meter-Becken und Rutschen die Gäste lockt. Ein Problem sei, dass der Zehn- und der Fünf-Meter-Turm gesperrt werden mussten. "Das ist eigentlich eine unserer Attraktionen. Doch der Zahn der Zeit hat ganz schön daran genagt, sodass wir ihn sperren mussten", sagt Pflug. "Das bedauern nicht nur wir, sondern auch Gäste, die extra des Sprungturms wegen kommen." Überhaupt gebe es im Bad großen Sanierungsbedarf, den der Verein als Betreiber der städtischen Einrichtung nicht allein stemmen könne.

Sommerbad Mülsen St. Niclas: Während voriges Jahr das Bad 9200 Besucher zählte, ist dieses Jahr diese Marke bereits geknackt. 12.000 Gäste seien geplant gewesen, doch schon jetzt stünden mehr als 14.000 zu Buche. Der Rekord liegt bei 900 Leuten, die in dieser Woche an einem einzigen Tag erreicht worden sind.", sagt der Chef des Sommerbadvereins, Tronje Hagen. Er berichtet, dass die Erholungsstätte nicht nur von Mülsenern gern genutzt werde, auch Lichtensteiner und Wasserratten aus anderen Orten würden zu den Stammgästen zählen. Dabei kommen sie nicht nur zum Schwimmen und Planschen in das Areal, in dem es die größte Badewanne Westsachsens gibt. Sie nutzen auch die weiteren Sport- und Spielmöglichkeiten. Gut komme ein Bücherrollwagen an. Drei Vereinsmitglieder haben für die Grundausstattung gesorgt. "Jeder kann darin stöbern, sich Bücher herausnehmen und auch welche hineinlegen. Der Wagen ist immer gut gefüllt", sagt Tronje Hagen. Er freut sich, dass der Verein 2019 dank der überplanmäßigen Einnahmen in diesem Supersommer mehr wird investieren können. "Ich denke da beispielsweise an neue Sonnenliegen", sagt er.

Erlebnisbad Hartenstein: Zur Stadtratssitzung in dieser Woche konnte Bürgermeister Andreas Steine (parteilos) verkündigen, dass dank der "sehr, sehr vielen schönen Tage das Einnahmeziel im Bad bereits überschritten werden konnte". Dieses liegt bei 30.000 Euro. Kai König, der bereits seit 30 Jahren in dem Bad als Schwimmmeister arbeitet, freut sich über den Besucherstrom. "Wir kommen zwar nicht mehr an die Zahlen von Anfang der 1990er-Jahre heran, wo es rundherum noch keine weiteren Erlebnisbäder gab, aber an sonnigen und heißen Tagen kommen immer noch mehr als 1000Gäste, auch aus dem Raum Aue/Schwarzenberg und der Zwickauer Ecke." Zum wiederholten Male wurden diesen Sommer Schwimmlehrgänge für Kinder und zum zweiten Mal ein Rettungsschwimmerkurs angeboten.

Freibad Hartmannsdorf: Die Erholungsstätte im Rödelbachtal war fast drei Sommer lang wegen Sanierung geschlossen. "2017 gab es ab 20. August einen Probebetrieb, aber dieses Jahr sind wir wieder voll durchgestartet, freuen uns bei dem anhaltenden, tollen Sommerwetter über 800 bis 1400 Gäste täglich", sagt Schwimmmeister André Weck. "Wir sind sehr zufrieden. Sogar Zwickauer kommen zu uns, auch viele Erzgebirger und Gäste aus dem Vogtland." Die Besucher würden die neu hergerichtete, gepflegte Anlage schätzen und sich darüber freuen, dass sie freies W-Lan nutzen können. Erstmals habe er dieses Jahr im Freibad einen Schwimmkurs für Kinder angeboten. Der sei gut angenommen worden. Die Aqua-Fitness, die immer donnerstags um 19 Uhr stattfindet, erfreue sich zunehmender Beliebtheit.

Herbertbad Wilkau-Haßlau: Das Ziel der Stadt, in dieser Saison 40.000 Euro einzunehmen, ist bereits überboten worden. "Wir haben derzeit schon fast 47.000 Euro erreicht", freut sich der Wilkau-Haßlauer Bürgermeister Stefan Feustel (CDU). "Da die Saison noch lange nicht beendet ist, haben wir uns das Ziel gestellt, die 50.000er-Marke zu knacken." Schwimmmeister Ulf Richter sagt, dass die Einrichtung besonders bei Familien beliebt ist, die auch aus der Umgebung anreisen. Es gebe eine große Liegewiese mit schattigen Plätzchen, die zurzeit sehr begehrt sind.

Waldbad Langenbach: Die ruhige, weitläufige Anlage wird in der gegenwärtigen Hitze gern von den Dorfbewohnern, aber auch von Wasserratten aus der ganzen Umgebung, aufgesucht. "An heißen, sonnigen Tagen kommen 400 bis 700 Besucher in unser Bad", sagt Marko Rummer von der Gemeindeverwaltung Langenweißbach. Er berichtet, dass dieses Jahr 23.000 Euro Einnahmen eingeplant gewesen seien. Bereits jetzt stünden knapp 30.000 Euro zu Buche.


"Wir haben erfreulicherweise einen riesigen Zustrom"

Carol Forster ist Vorsitzender des Fördervereins, der das Crossener Freibad betreibt. Viola Martin sprach mit ihm über den Verlauf der Saison.

Freie Presse: Vor einigen Wochen haben Sie geklagt, dass trotz des Supersommers kaum Gäste ins Crossener Bad kommen. Wie sieht die aktuelle Lage aus?

Carol Forster: Sehr gut. Wir waren an die Öffentlichkeit gegangen, weil wir uns gefragt hatten, ob wir etwas falsch machen, weil trotz Superwetters so wenige kamen. Und von dem Tag an haben wir erfreulicherweise einen riesigen Zustrom. Die einen kamen aus alter Verbundenheit und die anderen, weil sie mal sehen wollten, wie es bei uns so ist. Viele davon sind inzwischen Stammgäste geworden.

Wie viele Besucher haben Sie denn bisher gezählt in dieser Saison?

Etwa 25.000.

Ist das Rekord, seit der Verein 2005 das Bad übernommen hat?

Nein. Der Rekord lag 2006 zur Fußball-WM bei 30.000. Aber die Saison ist ja noch nicht zu Ende. Vielleicht knacken wir diese Marke ja noch.

Wo kommen denn die Besucher so her?

Neben Crossenern und Zwickauern sind es zunehmend auch Glauchauer. Und wir staunen, dass sogar Leute aus Hohenstein-Ernstthal und dem Vogtland zu unseren Gästen zählen.

Was glauben Sie, warum das so ist?

Wir sind kein Spaßbad. Zu uns kommen gern Senioren, die im 50-Meter-Becken ihre Bahnen ziehen, aber auch junge Familien, die dann den ganzen Tag in unserem weitläufigen Gelände verbringen.

Das Bad soll, unabhängig vom Wetter, schon am 3. September schließen. Warum?

Wegen Bauarbeiten. Wir müssen die Brücke zwischen dem Schwimmer- und dem Nichtschwimmerbecken erneuern. In der ersten Septemberwoche werden wir das Wasser ab- lassen, dann die alte Brücke wegreißen. Sie wird durch eine aus Edelstahl ersetzt.

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