Tempo 30 auf Thurmer Straße: Das könnte bald anders werden

Die alten Bäume sollen gefällt, die Straße breiter und die Entwässerung neu gebaut werden. Doch nicht allen gefällt das mögliche Ende des Tempolimits.

Zwickau.

Sechs Jahre nach den ersten Planungen zur Erneuerung der Thurmer Straße zwischen Auerbacher Straße und dem Parkplatz am jüdischen Friedhof in Zwickau soll jetzt mit der Umsetzung des Planes begonnen werden. Daher wird sich der Finanzausschuss am heutigen Dienstag zunächst mit den Kosten beschäftigen. 1,48 Millionen Euro soll der Ausbau der Fahrbahn nach aktuellem Stand kosten. Ursprünglich waren dafür 873.000 Euro eingeplant gewesen. Im Tiefbauamt gibt man die gestiegenen marktüblichen Baukosten als Grund an. Auch die im Jahr 2014 schon einmal vergebenen Leistungen für die Planungen sind von 38.250 auf 56.500 Euro gestiegen.

Die 660 Meter lange Straße befindet sich in einem baulich schlechten Zustand mit großen Schäden, Spurrinnen sowie Rissen und ist zudem zu schmal. Vor allem durch große Bäume wird die Fahrbahn eingeengt. Die schwankenden und zu geringen Fahrbahnbreiten zwingen Autofahrer, auf die unbefestigten Flächen außerhalb der Straße auszuweichen. Das wiederum führt zu weiteren Schäden an den Rändern und den dort verlegten Leitungsgräben. Daher soll die Straße jetzt auf eine durchgehend verfügbare Breite von fünf Metern ausgebaut werden sowie einen Gehweg erhalten. Dazu allerdings muss mehr Platz geschaffen werden. Die Bäume entlang der Fahrbahn müssen beseitigt werden. Neue Bäume können dort jedoch nicht wieder hin. Als Ersatz sollen junge Bäume entlang des Pölbitzer Weges gepflanzt werden. Zudem sind die Planer auf private Grundstücke angewiesen. Das sorgte für Einsprüche und vor allem maßgeblich für die Zeitverzögerung. "Deswegen musste ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden", sagte Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses. Allerdings konnten auch im Rahmen des Verfahrens nicht alle Bedenken und Widersprüche berücksichtigt werden. Das Verfahren ist inzwischen abgeschlossen. "Die Verhandlungen werden jedoch noch eine Weile dauern", sagte Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU). Derzeit müsse auch davon ausgegangen werden, dass für einige Flächen ein vorzeitiges Besitzeinweisungsverfahren eingeleitet werden muss.

Künftig soll die Thurmer Straße leichter einsehbar sein. Das soll allerdings nicht nur für Autofahrer gelten, sondern vorrangig auch für Fußgänger. Erstmals ist entlang der Straße ein Fußweg geplant. Der soll nicht nur die Sicherheit der Fußgänger selbst verbessern, sondern auch für ein sicheres Überqueren der Straße sorgen. Aber auch an den größten Sichtbehinderungen soll sich etwas ändern. An zwei Grundstücken, die von den schlechten Sichtverhältnissen besonders betroffen sind, ist der Abriss einer Böschung und deren Sicherung durch Palisaden vorgesehen. Damit soll es für die Grundstückseigentümer leichter werden, ihre Höfe zu verlassen.

Derzeit ist die Höchstgeschwindigkeit auf der Thurmer Straße auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt. Damit sind die meisten Anlieger sehr zufrieden. "Das ist dem derzeitigen Zustand der Straße geschuldet", sagte Kathrin Köhler. Dem Tempolimit wolle man mit dem Ausbau der Straße und deren Verbreiterung begegnen. Die Anwohner würden allerdings auch später an Tempo 30 festhalten wollen. Dazu allerdings konnte Köhler noch keine konkrete Aussage treffen. "Das entscheidet nach Abschluss die Straßenverkehrsbehörde", sagte sie.

Im Februar 2020 soll die Baumaßnahme öffentlich ausgeschrieben werden. Baubeginn könnte demnach, laut Beschlussvorlage im zweiten Quartal des kommenden Jahres sein. Die Bauzeit wird mit zwei Jahren angegeben.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...