Theater gerettet, Archiv gestorben

Wissen Sie noch: Damals verlor Zwickau quasi über Nacht 10 Millionen Euro Steuereinnahmen.

Zwickau.

Auch, wenn das Wort "Volkswagen" keiner an diesem Tag in den Mund nahm: Kurz nach Bekanntwerden der VW-Affäre verkündete die Zwickauer Verwaltungsspitze, dass die Stadt wohl rund 10 Millionen Euro weniger an Gewerbesteuern einnehmen wird.

Das kam zwar nicht ganz unerwartet, doch lähmte es die Ratssitzung Ende September 2015 und sorgte in den kommenden Wochen dafür, dass einige Vorhaben in Frage gestellt wurden. Allen voran wurden der Bau einer Turnhalle für das Clara-Wieck-Gymnasium und die Sanierung des Theaters gleich von der Tagesordnung genommen. Doch ausgerechnet diese beiden Projekte sind inzwischen wieder angeschoben worden.

Die Theatersanierung soll mit ein paar Monaten Verspätung im Dezember beginnen. Und auch die Gymnasiasten auf dem Schlossberg können aufatmen. Doch ausgerechnet die Schüler mussten in den zurückliegenden Monaten noch mehrmals um das Vorhaben bangen. Allerdings lag das nicht am fehlenden Geld. Die Räte hatten sich schon mit der Diskussion um den 2016er-Haushalt dafür ausgesprochen, das Gymnasium endlich auch mit einer adäquaten Turnhalle auszustatten. In Gefahr geriet der Bau, weil mehr oder minder unerwartet noch einmal der Standort zur Debatte stand und die Verwaltung erneut prüfen sollte, wo die Halle denn nun am besten steht. Bis Juni hat es gedauert, ehe sich der Rat darauf einigte, sie doch wie geplant am Biel zu bauen.

Auf der Strecke geblieben sind andere Dinge: So verabschiedete sich Zwickau zwischenzeitlich von seinem Bürgerhaushalt. Auch hat die Verwaltung versucht, die niedrigeren Gewerbesteuern durch höhere Einnahmen zu kompensieren. So wurde beispielsweise die Hundesteuer in diesem Jahr erhöht. Auch die Parkgebühren sind teurer geworden. Allerdings nicht in dem Umfang, in dem es die Verwaltung geplant hatte. Die Räte hatten nach längerer Debatte für eine abgespeckte Variante des Beschlussvorschlages gestimmt. Ganz zurückgestellt wurde darüber hinaus das Vorhaben, ein neues Stadtarchiv zu bauen. Doch auch da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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