Töpferinnen orientieren sich am Bauhaus

Der Wiesenburger Keramikzirkel lädt jedes Jahr in der Zeit vor Ostern zu einer Handarbeits- und Hobbywerkstatt ein. Diesmal stand die zweitägige Veranstaltung ganz im Zeichen des Jubiläums "100 Jahre Bauhaus".

Wiesenburg.

Der Bauhausstil kann auch im Kleinen seine Ausstrahlungskraft voll entfalten. So jedenfalls sehen das die Frauen des Wiesenburger Keramikzirkels, die ihrer traditionellen Ausstellung vor Ostern in der Landgaststätte diesmal den Titel "Die Kunst lebt von Kontrasten" gaben.

Zirkelleiterin Christine Heinze (74) wandte sich dem Thema "Bauhaus" beispielsweise in der Art zu, dass sie in ihren Arbeiten die Komplementärfarben Orange und Blau kombinierte. "Die dabei entstehenden Kontraste kann man nicht nur farblich interpretieren. Während Orange für Wärme und Nähe steht, sind es bei Blau Sachlichkeit und Weite."

Torsten Kleditzsch

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Jede der Frauen, die im Zirkel mitarbeiten, hat das Grundmotto unter eigenen künstlerischen Gesichtspunkten aufgegriffen und umgesetzt. Zusätzlich zu den Ständen, an denen die 13 "Töpfermaad" aus Wiesenburg ihre Exponate zeigten, präsentierten sich den Besuchern auch noch weitere Volkskünstler. Unter anderem ließen sich an beiden Wochenendtagen Schnitzer aus Cainsdorf über die Schultern schauen. Sie beteiligten sich erstmals an der Veranstaltung. "Für uns Schnitzer ist das eigentlich eine eher un- typische Jahreszeit, um unsere Fingerfertigkeit in der Öffentlichkeit zu zeigen. Normalerweise tun wir das mehr auf den Herbst zu. Aber es macht Spaß, und die Leute sind auch sehr interessiert. Schön, dass es hier in der Region noch solche Veranstaltungen gibt, bei denen unsere alten erzgebirgischen Traditionen wie Schnitzen oder Klöppeln zum Zuge kommen", sagte der 75-jährige Reinhold Münzer.

Die diesjährige Handarbeits- und Hobbywerkstatt bot den Besuchern aber noch eine Besonderheit. Christine Heinze: "Am Sonnabend gab es zwei Modenschauen. Die Sachen stammten aus der Zeit unseres Handarbeitszirkels, als wir selbst noch Modenschauen durchführten. Glücklicherweise sind diese Sachen nicht im Altkleidercontainer verschwunden, sondern blieben erhalten. Etliche der Stücke sind auch aus heutiger Sicht noch oder vielleicht sogar wieder modern", sagte Heinze. Auf alle Fälle seien die beiden Modenschauen bei den Zuschauern richtig gut angekommen. Allerdings dürften sie wohl eine Einmaligkeit gewesen sein. "Bei einer Veranstaltung, die es schon so lange wie unsere Handarbeits- und Hobbywerkstatt gibt, muss man den Leuten immer auch etwas Neues bieten", sagte Christine Heinze.

Das Staatliche Bauhaus, inzwischen meist nur Bauhaus, wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet. Nach Art und Konzeption war es damals etwas völlig Neues, da das Bauhaus eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk darstellte.

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