Tragisches Ende einer Kutschfahrt

Es sollte es ein schöner Wochenendausflug durch Wald und Flur für die Mitglieder des Feuerwehrvereins Marienau werden. Doch dann passierte ein Unfall, bei dem mehrere Fahrgäste verletzt wurden und später ein Pferd getötet werden musste.

Mülsen.

Der Schreck sitzt Landwirt Dieter Unger auch am Tag nach dem Unfall mit der Kutsche, einem sogenannten Kremser, am Samstagnachmittag noch in den Knochen. "Ich habe seit 1982 ungezählte Male als Kutscher auf dem Bock gesessen, bin in Festumzügen und mit Sechsspännern unterwegs gewesen, aber so eine Verkettung unglücklicher Umstände habe ich noch nicht erlebt", sagt der Ortmannsdorfer Pferdezüchter. Und nach einer Pause fährt er fort: "Bei allem Unglück: Ich bin froh, dass sich keiner meiner Fahrgäste schlimm verletzt hat." Laut Polizei wurden bei dem Unfall sieben Personen im Alter zwischen 22 und 37 Jahren leicht verletzt. Zwei seien ambulant in einem Krankenhaus behandelt worden.

Was war passiert? Der Ortmannsdorfer erzählt, dass der Marienauer Feuerwehrverein in seinem Landwirtschaftsbetrieb eine Kremserfahrt gebucht hatte. Auf einem der Zweispänner hätten sich zwölf, auf dem anderen neun Fahrgäste befunden. Unger saß bei dem Neuner auf dem Bock. "Wir sind auf dem Oelsnitzer Steig ganz normal in Richtung Linde gefahren, als einer der Wallache sich zweimal mit dem linken Hinterbein am Bauch kratzte. Ich vermute, er wurde von einer Bremse oder einem anderen Insekt gebissen", sagt der 60-Jährige und berichtet, dass das Pferd dabei mit dem Bein über die Deichsel geriet und es nicht schaffte, das Bein wieder auf den Boden zu bringen. Daraufhin geriet der Kremser über die schmale Straße links in den Graben. "Die Pferde sind ruhig stehen geblieben, aber der Wagen kippte ganz langsam um", sagt Unger. Wir sind dann rausgekrabbelt und haben die Pferde ausgespannt. Als die Spannung zwischen Wagen und Pferden weg war, sind die Tiere plötzlich losgerannt."


Eines der Tiere fand der Landwirt später mit gebrochenem Bein am Straßenrand. "Ich habe es selbst aufgezogen, musste es aber angesichts der schweren Verletzungen erschießen lassen", sagt der Pferdezüchter. Das andere Pferd, das das Unglück ausgelöst hatte, ist allein bis nach Hause in den Unger-Hof an der Wildenfelser Straße gelaufen. "Ich bin sehr froh, dass dabei nichts passiert ist." Der Wallach sei in Behandlung. Am Sonntagabend war noch unklar, ob er durchkommt.

Dieter Unger berichtet, dass er bei der Unfallaufnahme einen Alkoholtest gemacht habe. "Es war kein Alkohol im Spiel", sagt er. Es sei ihm wichtig, dass die Menschen das wissen. Den Schaden gibt die Polizei mit 7000 Euro an. Dass kein Mensch zu schwerem Schaden kam - für Unger ist das ohnehin unbezahlbar.

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