Tram der Zukunft: Mehr Platz für Kinderwagen und Gehhilfe

Zum 125. Geburtstag der Zwickauer Tram gab es nicht nur einen Blick in die Vergangenheit der elektrischen Straßenbahn - auch ihre die Zukunft ist spannend.

Zwickau.

Aufwendige Bergung einer unter eine Straßenbahn geratenen Person. Sie liegt genau zwischen den Schienen, die Bahn über ihr. Ihre Verletzungen sind nicht erkennbar. Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Auerbach und Oberhohndorf handeln schnell. Beidseitig stapeln Teams dicke Holzscheiben unter den betroffenen Wagen, um eine Hebeeinrichtung zu platzieren. Nach dem "Hebt an!" des Einsatzleiters befördert das Hilfsmittel den Wagen langsam wenige Zentimeter in die Höhe.

Er selbst liegt vor der Bahn zwischen den Schienen und achtet genau darauf, dass die Hebung gleichmäßig verläuft. "Links stopp, rechts weiter", ruft er den Teams zu und schließlich "Stopp". Der Dummy wird geborgen, die Übung ist beendet. Dass es solche Situationen in Zwickau schon einige gegeben hat, bestätigt Feuerwehrmann Gunnar Heinz, der zum großen Tram-Fest die Übung am Samstag moderierte.

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Eingeladen zur Party auf dem Betriebshof in der Schlachthofstraße mit Hiphop tanzenden jungen Frauen des TSG Rubin, Theaterjugendclub und Folkband Saitenspiel hatten Städtische Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ) und der Verein "Freunde des Nahverkehrs". Am 6. Mai 1894 brachte die elektrische Bahn erstmals Fahrgäste vom Hauptmarkt zum Bahnhof. Seitdem hat sich viel getan. Früher rumpelten die Straßenbahnen durch Zwickau. Moderne Technik lässt sie heute zwar noch nicht geräuschlos fahren, aber dennoch viel leiser und für die bequemer. Und auch für die Fahrer haben sich die Arbeitsbedingungen verbessert. Heutzutage müssen die Bahnen viel mehr Passagiere als damals transportieren. Rund 6,8 Millionen Fahrgäste nutzen jährlich in Zwickau die Straßenbahn. Zunehmend werden dabei Kinderwagen oder Rollatoren transportiert.

Das sind gleichzeitig auch die Herausforderungen der Zukunft. Die Ansprüche ändern sich. "Wir brauchen mehr Platz für Gehhilfen, Rollstühle, Kinderwagen", sagte SVZ-Geschäftsführerin Anett Glöckner. Das Unternehmen möchte daher mittelfristig neue Bahnen anschaffen.

Dass selbst die älteren Modelle noch gut funktionieren, zeigten die Sonderfahrten mit historischen Bahnen. In der Stadt und auch im Betriebshof wurden sie oft fotografiert.

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