Treffer ins Schwarze

Die Crinitzberger Schützen laden ein zum Vogelschießen mit Taubenstechen. Der Verein "Partnerschaft zur Ukraine" überrascht mit vielen Geschenken. Ein Künstler plant erneut eine besondere Aktion zum Tag der Sachsen.

Christian Zeh (33), Industriekaufmann, hat die ersten 100 Tage als Vorsitzender der Schützengesellschaft Crinitzberg erfolgreich absolviert. "Das war schon eine ganz schöne Herausforderung, denn ich bin in große Fußstapfen getreten. Immerhin stand mein Vorgänger, Steffen Pachan, gut zwei Jahrzehnte an der Spitze unseres Vereines", sagte er. Für Christian Zeh war in diesem Zusammenhang wichtig, dass er nicht ins sprichwörtlich kalte Wasser geworfen wurde. So wirkte er unter anderem schon in der zurückliegenden Wahlperiode als Beisitzer im Vorstand mit. "Und mein Vorgänger steht mir auch jetzt noch mit Rat und Tat zur Seite. Ohne den Rückhalt aus den Reihen des Vereins kann man so eine Funktion nicht ordentlich ausüben."

Am Sonnabend steht für Christian Zeh seine erste große Veranstaltung als Vereinsvorsitzender an. Ab 15 Uhr richtet der Verein nicht nur sein Vogelschießen aus, sondern lädt auch zum historischen Taubenstechen ein. Letzteres geht ohne Pulverdampf über die Bühne. Es wird lediglich eine an einer Schnur befestigte hölzerne Taube auf eine Ringscheibe geworfen. Eine am Schnabel angebrachte Spitze markiert den Einschlagpunkt. (awo)


Hans Weller (68, Foto), Kleintierzüchter, schlüpfte am Wochenende zum wiederholten Male in die Rolle des Ausstellungsleiters der Burkersdorfer Kaninchen-Jungtierschau. Die Veranstaltung, die am Sonnabend traditionell mit dem Treckertreffen verbunden war, zeigte 126 Tiere in 22 Rassen von insgesamt 20 Züchtern. Besonders positiv für Besucher und Kaninchen: Da sich die Ausstellungsräume im Keller des Vereinsheimes befinden, herrschten dort während der Präsentation recht angenehme Temperaturen. Auch sonst zeigte sich Hans Weller mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Schau überaus zufrieden. "Es war das erste Mal, dass wir eine Jungtierschau hatten, bei der die Preisrichter kein einziges Tier als nicht bewertbar eingestuft haben. Das zeugt von einer wirklich guten Qualität", schätzte er ein.

Hans Weller selbst hat sich schon vor 50 Jahren richtig ernsthaft der Kaninchenzucht verschrieben. Seine Vorliebe gilt dabei seit jeher der Rasse Groß-Chinchilla. "Das hängt damit zusammen, dass schon mein Vater diese Rasse gezüchtet hat. Ich habe dann damit weitergemacht. Es sind sehr schöne Tiere, die mir allein schon von ihrem Aussehen her gefallen." Mit 84 Jahren der Alterspräsident im Burkersdorfer Verein S 624 ist Heinz Hertel . Er hatte zwölf Jungtiere zur Schau mitgebracht. Seit circa 50 Jahren züchtet er Kaninchen in verschiedenen Rassen. Für ihn ist die Zucht der Tiere ein Hobby, ohne dass er sich sein Leben nicht mehr vorstellen könnte. Trotzdem sieht er den Umgang mit den Tieren weniger emotional. "Am Ende landen die Tiere in der Pfanne, das ist doch ganz normal", sagte er. (awo/rkr)


Matthias Grummet (40, Foto), Kantor der Zwickauer Pauluskirche, hat eine Reise des Zwickauer Vereins "Partnerschaft zur Ukraine" begleitet. "Er gab im überfüllten Strawinskymuseum des Grenzortes Ustilug/Bug ein Konzert. Tradition, Moderne, Heimatbezug und Glaube wurden in seinem Programm zum Ausdruck gebracht, sagte Vereinsvorsitzender Karl-Ernst Müller.

Außerdem spendete Grummet einem Waisenhaus mehrere Hundert Euro für die Augenoperation bei einem Kind. Das Geld hatte er anlässlich seines 40. Geburtstages gesammelt, als er sich statt Geschenken Geld wünschte. Der Verein hatte zahlreiche weitere Spenden mit in die Ukraine genommen. So können beispielsweise nach Ferienende Anfang September am Gymnasium in Zwickaus Partnerstadt Wladimir-Wolynsk Zimmer mit Lampen beleuchtet und mit Computern ausgestattet werden, die aus Zwickau stammen. (ja)


Andreas Wolf (62) sammelt seit etwa 15 Jahren sogenannte Schnapsnasen. Mit 200 Exemplaren beteiligt sich der Meister für Schweißtechnik, der in Zwickau-Auerbach wohnt, an der Ausstellung "Sammelleidenschaften", die am Samstag in den Heimatstuben der Wildenfelser "Parkschänke" eröffnet worden ist. Für die Ausgießer in der Form von Köpfen fertigte er sich extra einen passenden Schrank, den er bis zum Ende der Schau Ende Oktober in der "Parkschänke" aufgestellt hat.

"Eigentlich hatte mein Zwillingsbruder mit dem Sammeln der Schnapsnasen begonnen. Ich habe dann weitergemacht", sagt Wolf. Er berichtet, dass die Wirte früher ihre Schnapsflaschen mit diesen Ausgießern bestückt hatten, weil es sich daraus gut ausschenken lässt. Sie sind zwischen 1900 und 1960 in verschiedenen Porzellanmanufakturen in Thüringen und Bayern hergestellt worden. "Um meine Sammlung zu erweitern, bin ich viel auf Flohmärkten unterwegs. Da ich aber jeden Kopf nur einmal haben will, wird es immer schwerer, fündig zu werden", gesteht Wolf, der am Samstag zur Ausstellungseröffnung mit seinem Seitenwagenmotorrad R12 von BMW, Baujahr 1936, angereist war. (vim)


Gerhard Grimbs (66), Künstler aus Zwickau, beteiligt sich auch in diesem Jahr mit dem Kunstprojekt "Atelier auf Wanderschaft / art studio on travel" (Zwickauer und Berliner Landnahme) in Begleitung seiner Muse Margit am Tag der Sachsen. Dabei wandert er "kreuz und quer durch Sachsen von Oberplanitz bis nach Torgau", um am Ende der Wanderschaft als Höhepunkt am Festumzug am 9. September in Torgau teilnehmen zu können, wie er sagt. Bisher nahm er mit dem bereits am Festumzug zum Tag der Sachsen in Marienberg (2006), Reichenbach (2007), Grimma (2008), Mittweida (2009), Oelsnitz/Erzgebirge (2010), Freiberg (2012), Schwarzenberg (2013), Großenhain (2014) Wurzen (2015), Limbach-Oberfrohna (2016) sowie Löbau (2017) teil.

Walter Gerhard Grimbs ist mit einer roten Jacke, einer weißen Hose und einem Beuys-Hut auffällig gekleidet und trägt eine rot-weiße Vermessungsstange mit sich. Er wird während des Festumzuges zum Tag der Sachsen in Torgau und während der Vorveranstaltungen in anderen sächsischen Kommunen ausgewählte Straßenbereiche mit Kreide markieren und mit dieser symbolischen Handlung diese markierten Straßenbereiche dem Stadtgebiet von Zwickau beziehungsweise Berlin einverleiben. Außerdem führt er mit Passanten Gespräche über Kunst, Gott, die Welt und ein weltoffenes Sachsen. (ja)


Mario Schubert, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, hat die Sonderausstellung im Lichtensteiner Daetz-Centrum mit vorbereitet. Die Schau trägt den Titel "liebe Liebe". Im Gegensatz zu früheren Ausstellungen, die mal mehr und mal weniger erotisch angehauchte Kunstwerke präsentierten, wird sich der Thematik diesmal auf andere Weise genähert. Es soll eher zu Gesprächen und Diskussionen angeregt werden. Zitate, Bilder und Geschichten können angeschaut und angehört werden, um neue Sichtweisen und Gedanken zu liefern.

Besucher können sich beispielsweise in einem nachgestellten Badezimmer mit Themen wie Selbstliebe, Schönsein oder Pflege beschäftigen. Ein Kinderzimmer thematisiert die Liebe von Eltern zu ihren Kindern, aber zugleich auch Konfliktpotenziale. Die Ausstellung kann kostenlos besucht werden. Da sie komplett zweisprachig gestaltet ist, kann sie theoretisch sogar zu einem abwechslungsreichen Englisch-Unterricht beitragen. Gezeigt wird die "liebe Liebe" bis zum 14. Oktober jeweils von Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr. (mpf)

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