Tür zweimal geöffnet?

Mysteriöser Besuch in einer Wohnung vorerst ungeklärt

Zwickau.

Ist ein 31 Jahre alter Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes nach Erledigung seines offiziellen Auftrages noch einmal illegal in die Wohnung seiner Kundin eingedrungen? Diese Frage konnte am Donnerstag am Amtsgericht Zwickau nicht eindeutig geklärt werden. Weil Verteidigerin Ruth Fischer noch mindestens den Lehrling hören will, der den Mann begleitet haben soll, wurde die Verhandlung ausgesetzt. Das Verfahren wird nun zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal komplett neu verhandelt.

Unbestritten ist, dass der Angeklagte am 26. Mai 2017 zu einem Plattenbau in Thurm gerufen worden war, weil sich eine Frau ausgesperrt hatte. "Es hat fünf Minuten gedauert, die Tür zu öffnen", sagte sie. Dafür habe sie fast 400 Euro in bar bezahlt. Fest steht auch, dass der Handwerker und sein Lehrling das Lesegerät für Geldkarten auf ihrem Küchentisch liegen ließen. Etwa eine Stunde vor der vermeintlichen Straftat hatte sich der Mann telefonisch gemeldet und angekündigt, das Gerät abholen zu wollen. Der Anruf landete auf der Mailbox. Von da an gehen die Aussagen weit auseinander.

Der Mann will nach eigenen Angaben wenige Minuten nach Mitternacht an der Wohnungstür geklingelt haben. Die Kundin habe geöffnet und ihm das Gerät übergeben - allerdings demontiert. Die Frau bestätigt zumindest den letzten Punkt. "Ich wollte sehen, ob darin etwa die Pin gespeichert ist", sagte sie. Sie blieb jedoch dabei, in bar bezahlt zu haben. Das Entscheidende aber: Nach ihrer Aussage hatten die beiden Männer nicht geklingelt, sondern standen plötzlich in ihrem Wohnzimmer, wo sie auf der Couch schlief. "Die Klingel an der Wohnungstür ist kaputt", sagte sie. Nur an der Haustür könne man läuten. Auch diese Tür müssten die Männer vom Schlüsseldienst demnach illegal geöffnet haben. Allerdings hatte die Frau die Polizei erst drei Tage später informiert. "Ich wollte mich erst mit meinem Mann besprechen", sagte sie. Auf eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldbuße ließ sich der Angeklagte nicht ein. (nkd)

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