Verkehrslärm - wo Zwickau handeln muss

Geht's auch leiser? So lautet das Motto einer neuen Umfrage unter Einwohnern. Beschwerden gibt es vielerorts.

Zwickau.

Das Zwickauer Rathaus lädt alle Bürger der Stadt ein, sich an einer Umfrage zum Thema Verkehrslärm zu beteiligen. Unter dem Motto "Geht's auch leiser?" bittet die Verwaltung um Hinweise zu Lärm an Zwickauer Straßen und an Schienen. "Ihre Rückmeldung ist uns wichtig!" steht fettgedruckt auf dem Fragebogen, den man beispielsweise im Bürgerservice im Rathaus bekommt, der aber auch im Internet abrufbar ist. Die Umfrage läuft bis Freitag, 31. Januar 2020.

Wann stört der Lärm - tags, abends, nachts? Wer stört - Motorrad oder Zug? Die Bürger dürfen selbst Vorschläge machen, wie ihrer Meinung nach der Lärm gemindert werden könnte: Tempolimit oder Flüsterasphalt?

Die Umfrage, so informiert Rathaussprecherin Heike Reinke, bildet den Abschluss einer Analyse, mit der die Stadt Zwickau das Ingenieurbüro Stadt-Verkehr-Umwelt Dresden beauftragt hat. Das Ausfüllen des Fragebogens dauere nur zwei bis drei Minuten. Die Teilnahme sei freiwillig und anonym.

Zwickaus Umweltplaner erhoffen sich - neben einer möglichst hohen Beteiligung - wichtige Informationen und Erfahrungen der Bürger für die Fortschreibung der Planung und für die Empfehlung geeigneter Maßnahmen. Auch neue Erkenntnisse bei bekannten Problemen sollen so gewonnen werden, sagt Reinke.

Ziel sei es, die Ausrichtung des Lärmaktionsplanes weiter an den bestehenden Bedürfnissen zu orientieren, um die Belastungen durch hohe Verkehrslärmpegel schrittweise reduzieren zu können. Zum anderen sollen ruhige Gebiete davor geschützt werden, dass sie lauter werden.

Die Ergebnisse werden in die weitere Bearbeitung des Lärmaktionsplanes einfließen und im Rahmen von Informationsveranstaltungen öffentlich gemacht. Derzeit sind Heike Reinke zufolge zwei Bürgerversammlungen vorgesehen. Diese bieten ebenfalls die Möglichkeit, sich aktiv am Planungsprozess zu beteiligen. Die erste Versammlung findet am Donnerstag, 16. Januar 2020, 17.30 Uhr im Freizeitzentrum Marienthal, Marienthaler Straße120, statt.

Laut Lärmaktionsplan 2014 galten seinerzeit die Leipziger, die Reichenbacher, die Marienthaler, die Werdauer und die Lengenfelder Straße als von Autos besonders stark frequentierte Straßen, bei denen Handlungsbedarf bestand. Und erst im Oktober dieses Jahres machten sich Marienthaler auf einer Veranstaltung erneut Luft und beklagten die hohe Fahrzeugdichte, Lärm und Abgase auf der Marienthaler Straße. Schon 2009 gründeten lärmgeplagte Anwohner der Talstraße die Bürgerinitiative "Leiser an der B 93".

Bei der Grünen Liga Westsachsen ist dagegen noch niemand wegen massiven Lärms vor der Tür vorstellig geworden, sagte deren Vorsitzender Andreas Trautmann. Dennoch weiß er von den Problemecken der Stadt. "Und wo es Probleme gibt, muss auch was getan werden", fordert er. Die Umfrage der Stadt unter den Bürgern sieht er positiv: "Wenn ich Betroffener wäre, würde ich auf jeden Fall mitmachen!" (mit sth)

Den Lärm-Fragebogen kann man im Bürgerservice am Zwickauer Hauptmarkt sowie im Umweltbüro im Verwaltungszentrum, Werdauer Straße 62, Haus 3 abholen und abgeben. Oder im Netz ausfüllen:

www.zwickau.de/laerm

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...