Verzögerter Startschuss für sanften Tourismus

Die Stadt Kirchberg baut in den kommenden Monaten am Zugang zum Hohen Forst einen Parkplatz für Wanderer. Am Dienstag wurde symbolisch der erste Spatenstich vollzogen.

Kirchberg.

Auf einem Grundstücksstreifen zwischen der Kirchberger Außenstelle des Heinrich-Braun-Klinikums und dem Burkersdorfer Wasserwerk wird ein Parkplatz gebaut. Er ist für Ausflügler konzipiert, die den Hohen Forst auf dem Natur- und Bergbaulehrpfad erkunden oder einen Spaziergang entlang des ausgeschilderten Wanderwegenetzes durch das Waldgebiet unternehmen möchten.

Im Zuge der Baumaßnahme werden 18 Stellflächen für Pkw und ein Wendehammer angelegt. Insgesamt werden 120.000 Euro investiert, wobei sich die Stadt auf einen 85-prozentigen Zuschuss über die Tourismusförderung stützen kann. "Es ist vorgesehen, dass Ende August die eigentlichen Arbeiten beginnen und der bauliche Teil im Oktober fertig ist. Danach erfolgen unter anderem die erforderlichen Rasenansaaten", sagte die Kirchberger Bürgermeisterin Dorothee Obst (Freie Wähler).


Einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem erst kürzlich vergebenen Welterbetitel für die Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí gebe es nicht. Die Tatsache, dass der Startschuss jetzt erfolgt, sei eher ein Zufall und Verzögerungen im Planungsablauf geschuldet. "Wir hatten dieses Projekt schon länger geplant und dafür auch entsprechende Mittel in unserem Haushalt eingestellt. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, wenn der Wanderparkplatz schon vor der Titelverleihung fertig und für Touristen nutzbar gewesen wäre", machte die Rathauschefin deutlich. Zu Verzögerungen sei es gekommen, weil die Parkfläche nicht wie erhofft in die Straßen entwässert werden konnte. "Wir haben dafür keine Genehmigung der zuständigen Behörden erhalten. Stattdessen muss eine Versickerung des Oberflächenwassers erfolgen. Hierzu waren entsprechende Planungen und Versickerungstests notwendig. Außerdem mussten wir in Hinblick auf den Naturschutz noch einige Auflagen in das Projekt einarbeiten. Das hat viel Zeit gekostet."

Während auf dem Wendehammer eine Asphaltdecke aufgezogen wird, bekommt die eigentliche Parkfläche ein Großpflaster. Wie die Kirchberger Bürgermeisterin in ihrer Ansprache zum offiziellen ersten Spatenstich betonte, wünsche sie sich einen sanften Tourismus, der sich im Einklang mit der Natur bewege. Ein Massentourismus dürfte ohnehin nicht zu erwarten sein. Denn der Parkplatz kann nur von Pkws genutzt werden. Obst: "Das uns für die Umsetzung des Projektes zur Verfügung stehende Grundstück hat nicht mehr hergegeben." Zugleich machte sie deutlich, dass der Parkplatz zwar vorrangig den Besuchern des Engländerstollens zur Verfügung stehen soll, aber kein motorisierter Ausflügler, der die Schönheit des Hohen Forstes per pedes genießen möchte, Angst haben müsse, nach Rückkehr vom Spaziergang ein Knöllchen an der Windschutzscheibe vorzufinden.

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