Viel Wind um Windbergschule

257 Eltern fordern per Unterschriftenliste mehr Sicherheit für ihre Kinder auf dem Schulweg. Die Stadt weiß aber nicht so recht, wie sie helfen soll.

Zwickau.

Erst vor wenigen Tagen hat die Zwickauer Stadtverwaltung nicht ganz ohne Stolz darauf verwiesen, dass inzwischen vor jeder Schule im Stadtgebiet Verkehrseinschränkungen erlassen wurden. Den Schulweg, sollte das heißen, habe sie inzwischen überall viel sicherer gemacht. An der Windbergschule im Zwickauer Stadtteil Marienthal reicht die Beschränkung auf Tempo 30 allerdings 257 Eltern nicht. Sie haben sich auf einer Unterschriftenliste eingetragen, die am 30. September an die Oberbürgermeisterin übergeben wurde. Seitdem überlegt die Verwaltung, was sie am Windberg ändern könnte. Und ist jetzt zu dem Ergebnis gekommen, dass jede Änderung die Situation schlechter machen würde.

Weil es Unterschriftenlisten im Gebrauch einer Behörde nicht gibt, wurde die Liste von der Verwaltung als Petition gewertet. Darüber wird nun im nächsten Haupt- und Verwaltungsausschuss am 12. November debattiert. Die Verwaltung empfiehlt auf Verwaltungsdeutsch: "Der Petition wird nicht abgeholfen", was nichts anderes bedeutet als: Wir unternehmen nichts.

Die Eltern hatten verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt. Einen Fußgängerüberweg, eine Grenzmarkierung, ein Halte- oder Parkverbot in der Windbergstraße und der Ludwig-Erhard-Straße wurden vorgeschlagen. Stadträtin Grit Fischer (BfZ) hatte in der jüngsten Einwohnerversammlung in Marienthal von allmorgendlichem "purem Chaos" vor der Schule gesprochen.

Die jetzt vorliegende Untersuchung durch das Ordnungsamt macht den Eltern keine Hoffnung. Laut der Beobachtungen vor Ort seien "das Geschwindigkeitsniveau grundsätzlich auffällig niedrig", das Verkehrsaufkommen "sehr gering" und die Fahrer verhielten sich "überwiegend rücksichtsvoll". Wenn Schüler die Straße überqueren, sei das problemlos möglich. Es gebe nur wenige Verkehrssünder, die Ordnungsamt-Mitarbeiter notieren lediglich zwei Verstöße gegen das absolute Halteverbot.

Um Fußgängerüberwege zu installieren, würden Parkplätze wegfallen, an denen ohnehin Not herrscht, heißt es weiter. Und der Ort, an dem man einen Überweg anbringen könnte, gilt als ungeeignet. Für viele Schulkinder wäre das ein Umweg. Letztlich kommt die Stadt zu dem Schluss, dass weitere Parkverbote "zu Lasten der Bewohner des Gebietes gehen würden". Die Lösung: Bestehende Verbote im Schuleingangsbereich sollen "mit Nachdruck durchgesetzt werden". Wie das geschehen soll, lässt die Stadt offen.

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