Volkswagen startet Produktion des ID.4 in Zwickau

Der vollelektrische Kompakt-SUV ist nach dem ID.3 das zweite Elektroauto der Marke Volkswagen, das in dem sächsischen Werk vom Band läuft.

Zwickau.

Der Autobauer Volkswagen hat an seinem Standort Zwickau die Serienproduktion des vollelektrischen Kompakt-SUV ID.4 gestartet. Wie VW am Donnerstag mitteilte, soll das neue Elektroauto Ende September offiziell vorgestellt werden. Mit dem ID.4 zielt VW nach Angaben von Ralf Brandstätter, CEO der Marke Volkswagen, auf das weltweit größte Wachstumssegment: die Klasse der kompakten SUV.

"Nach dem ID.3 ist es bereits das zweite Modell auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens. Das Auto wird zukünftig in Europa, in China und später auch in den USA gebaut und verkauft", sagte Ralf Brandstätter zum Produktionsstart des neuen Modells. Die Plattform, kurz MEB genannt, soll einheitliche Technik für verschiedene Elektro-Modelle liefern und durch die Verwendung gleicher Teile in großen Produktionsmengen zudem Kosten sparen.

Aufgrund des sehr niedrigen cw-Werts von 0,28 und des skalierbaren Batteriesystems seien mit dem ID.4 Reichenweiten von über 500 Kilometern nach WLTP möglich. Der Elektro-SUV soll zunächst mit Heckantrieb auf den Markt kommen. Eine Version mit elektrischem Allradantrieb soll folgen. Der Autobauer verspricht, dass auch der ID.4 dank der kompakten E-Antriebstechnik sehr gute Platzverhältnisse bieten wird. Preise für den neuen ID.4 nannte VW am Donnerstag noch nicht. Diese will der Autobauer später bekannt geben.

Nach Angaben von VW wird auch der ID.4 am Standort Zwickau bilanziell CO2-neutral produziert. Die energieintensive Batterie-Zellfertigung erfolgt demnach zu 100 Prozent mit Ökostrom. Ohnehin spielt das Zwickauer Werk für VW bei der Umstellung auf die Elektromobilität eine zentrale Rolle. So lässt der Autobauer das Werk für rund 1,2 Milliarden Euro vollständig auf die Elektromobilität umrüsten. Alle Umbauten sollen laut VW planmäßig in diesem Jahr abgeschlossen werden. Im kommenden Jahr sollen dann auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens von VW rund 300.000 E-Autos in Zwickau vom Band laufen. Neben dem Zwickauer Werk sind auch die Komponentenwerke Braunschweig, Kassel, Salzgitter und Wolfsburg beteiligt. Dort werden Bauteile wie die E-Maschine oder das Batteriesystem produziert.

Im November 2019 hatte VW in Zwickau den Bau des ID.3 gestartet. Ab 2021 soll er zusätzlich aus der "Gläsernen Manufaktur" in Dresden kommen, dem früheren Produktionsort der Oberklasse-Limousine Phaeton. Nach Verzögerungen bei der Software-Ausstattung will der Konzern die ersten ID.3-Exemplare nach jüngsten Aussagen von Vertriebschef Jürgen Stackmann ab dem 14. September ausliefern. Zunächst war allgemein von einem Termin im Sommer, dann vom Start in den meisten Ländern Europas ab der zweiten September-Woche (7. bis 13.9.) die Rede gewesen. Im Juni hatte es geheißen, die Autos würden noch nicht den kompletten Funktionsumfang besitzen. Wegen der Komplexität der IT erhielten die Kunden deshalb einige nachträgliche Updates.

Für 2025 rechnet die Marke Volkswagen nach eigenen Angaben mit 1,5 Millionen produzierten Elektroautos. (dha/dpa)

 

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