Vorher - nachher: Hinweis auf die Stadt Zwickau fehlt weiterhin

Die Beschilderung der Ende Juli freigegebenen Ortsumfahrung Kirchberg trifft nicht bei allen Westsachsen auf Zustimmung. Vielfach gibt es Kritik.

Kirchberg.

Vor gut zwei Monaten ist die 8,5 Kilometer lange Ortsumfahrung Kirchberg für den Verkehr freigegeben worden. Nachdem bei anderen Straßenbauvorhaben vor allem bei der Beschilderung nachgebessert werden musste, hatten die Verantwortlichen im Vorfeld der Freigabe viel Wert darauf gelegt, dass zumindest in dieser Hinsicht fast alles in Ordnung war. Fast.

Denn Gabriel Püschmann aus Zwickau ist eine Ungereimtheit aufgefallen, die er nicht nachvollziehen kann. In einem Leserbrief an die "Freie Presse" schreibt er: "Kürzlich fuhr ich die neue Umgehungsstraße von Kirchberg in Richtung A 72. Ich kann nachvollziehen, dass man nach wie vor am Abzweig Weißbach über die B 93 die Richtung Zwickau ausweist. Trotzdem wäre es richtig, spätestens am Abzweig Kirchberg auf dem betreffenden Wegweiser auch Zwickau aufzuführen."

So richtig in die Nase gestiegen ist ihm jedoch, dass auf dem Richtungsschild bei Kirchberg ein Hinweis auf die Muldestadt komplett fehlt, dafür aber das vogtländische Reichenbach auftaucht. "Reichenbach hat auf diesem Richtungsschild überhaupt nichts verloren, zumal die neue Straße vorher über das Stadtgebiet von Zwickau in Richtung Werdau führt. Bei der früheren Verbindungsstraße von Kirchberg über Hirschfeld und Voigtsgrün nach Reichenbach war dies durchaus akzeptabel. Mit der neuen Umgehungsstraße ist das aber schlichtweg falsch", gibt er zu bedenken.

Und er legt den Finger noch tiefer in die Wunde: "Außerdem ist zu bemerken, dass nach der politischen Wende 1989 im Vogtlandkreis jede Menge Richtungsanzeiger Zwickau abgebaut wurden und die Stadt jetzt nur noch aus kurzer Entfernung angezeigt wird. Wer Böses dabei denkt, könnte vermuten, dass hinter der Beschilderung eine Vogtlandlobby steckt."

Um ein wenig Licht in den Schilder-Dschungel zu bringen, fragte "Freie Presse" beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) nach. Mit einem Ergebnis, das die Herzen der Lokalpatrioten zumindest ein klein wenig höher schlagen lassen dürfte. "Die Beschilderung der Ortsumgehung ist fertig, im nachgeordneten Netz sind noch nicht alle Änderungen vollzogen. Das Ziel Reichenbach entfällt zukünftig vollständig", erklärt Lasuv-Pressesprecherin Isabel Siebert.

Fast zeitgleich mit der Beantwortung der Presseanfrage wurden die Schilder ausgetauscht. Die Entscheidung, nur die A 72 in die eine und Schneeberg in die andere Richtung auszuschildern, hat die Verkehrskommission des Landkreises gemeinsam mit dem Planer und der Bauleitung sowie der Stadt Kirchberg in mehreren Beratungen getroffen. "Derzeit besteht kein Handlungsbedarf zur Änderung gegenüber dem Ergebnis der Verkehrskommission. Das einzige Ziel, das direkt an der S 282 liegt, ist eben die A 72, die ins Vogtland und nach Bayern, aber auch in Richtung Chemnitz und Leipzig führt", begründet die Pressesprecherin die aktuelle Ausschilderung.

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