Vorsicht vor Riesen-Bärenklau

Die giftige Pflanze breitet sich in der Stadt Zwickau aus. Auch Privatleute sind aufgerufen, den Riesen-Bärenklau zu bekämpfen. Dabei müssen aber einige Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Zwickau.

Mitarbeiter*innen des städtischen Gartenamtes bekämpfen derzeit wieder den Riesen-Bärenklau in der Stadt. Das teilt Heike Reinke, Sprecherin der Stadtverwaltung mit. Die gefährliche Pflanze kann schwere Hautentzündungen auslösen, wenn man sie berührt. Grund dafür sind die enthaltenen Giftstoffe, besonders im Pflanzensaft - in der Fachsprache heißen diese phototoxisch wirkende Furocumarine. Inbesondere in Kombination mit Sonnenlicht können Rötungen, Blasen und Ödeme auftreten. Vergleichbar sind diese Verletzungen mit Verbrennungen zweiten bis dritten Grades. Diese Hautschädigungen heilen nur langsam ab und können Narben hinterlassen.


Die Einsatzgebiete der Mitarbeiter*innen des Gartenamtes sind vor allem in Marienthal, Auerbach, Schneppendorf, Planitz und Oberrothenbach. Die weitaus größten Bestände befinden sich in den Gewerbegebieten nördlich und südlich der Reichenbacher Straße.

Besonders wichtig ist beim Bekämpfen das Entfernen der Blüten, um zu verhindern, dass der Riesen-Bärenklau sich weiter ausbreitet. Die Blüten werden gesammelt und in einer Kompostieranlage thermisch behandelt, um die Keimfähigkeit der Samen dauerhaft zu zerstören. Bei großen Beständen setzen die Fachleute auch chemische Mittel ein. Das eingesetzte Mittel mit dem Produktnamen "Ranger" gehört nicht zur Wirkstoffgruppe der Glyphosate und ist vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zur Bekämpfung des Riesenbärenklaus zugelassen. Eine Genehmigung für die Stadt Zwickau wurde zu diesem Zweck erteilt.

Die Stadt Zwickau ruft Grundstückseigentümer*innen und -nutzer*innen zur Mithilfe auf.

Dabei ist zu beachten:

- Es muss unbedingt Schutzkleidung (Handschuhe, Schutzbrille, langärmelige Kleidung) getragen werden.

- Wenn möglich bei bedecktem Himmel arbeiten, um Hautschäden durch den Pflanzensaft vorzubeugen.

- Pflanzensaftspritzer auf der Haut müssen sofort mit reichlich Wasser abgewaschen werden.

- Bei Vorkommen einzelner oder weniger Pflanzen können deren Blütenstände in einem Plastiksack verpackt mit dem Restmüll entsorgt werden. Die übrigen Pflanzenteile sind kompostierbar.

- Das Ausstechen der Wurzel ist wegen deren Pfahlform mühsam. Um die Pflanze dauerhaft abzutöten, sollte dabei der Pflanzenspross etwa 10 bis 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche durchtrennt werden.

- Größere Mengen anfallender Blüten des Riesen-Bärenklaus können zur fachgerechten Entsorgung auf dem Betriebshof des Garten- und Friedhofsamtes, Pöhlauer Straße 53b, angeliefert werden. Dazu wird um Anmeldung bei der Stadtverwaltung Zwickau unter Telefon 0375 212629 gebeten.

- Sollten größere Bestände an Riesen-Bärenklau festgestellt werden, wird um Meldung unter Telefon 0375 836631 gebeten.

- Darüber hinaus ist dafür Sorge zu tragen, dass im Umfeld der Bestände keine Kinder spielen bzw. Umgang mit Teilen der Pflanzen haben, um Gesundheitsschäden zu vermeiden. (heha)

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