Wacholderbäume an Grundschule gefällt

Spielfläche soll neu gestaltet werden

Wildenfels. "Warum sind die Wacholderbäume an der Wildenfelser Grundschule gefällt worden?" fragen sich einige Eltern. Gemunkelt werde, dass die neue Schulleiterin, Gisela Geißler, der Meinung sei, dass der Wacholder eine Vergiftungsgefahr für die Kinder darstelle.

Allerdings standen die Bäume seit mehr als 20 Jahren dort, wissen Eltern, die früher die damalige Polytechnische Oberschule selbst besucht haben. Und bislang habe es keinerlei Bedenken wegen einer Vergiftungsgefahr gegeben. Außerdem sei der Wacholder ein idealer Schattenspender gewesen, die Mädchen und Jungen hätten sich gern unter den Bäumen versteckt.

"Freie Presse" erkundigte sich bei der Schulleiterin nach dem Grund der Fällarbeiten. Gisela Geißler sagte: "Die Bäume waren einfach überaltert, nicht nur in die Höhe, sondern auch ganz schön in die Breite gewachsen, so dass die Spielfläche mit der Zeit immer kleiner wurde." Eine Vergiftungsgefahr sei auf alle Fälle kein Grund für ihre Beseitigung gewesen, unterstreicht die Schulleiterin auf Nachfrage. "Freie Presse"-Recherchen ergaben, dass nur junge Zweige und Nadeln giftig sind. Sie können zu Erbrechen, blutigem Durchfall, Nieren- und Leberschäden sowie Krämpfen und Atemlähmung führen.

Aber wer isst schon Wacholdernadeln oder -zweige? Die Wacholderbeeren hingegen sind ein Gewürz für Wild- und Bratengerichte. Und Wacholderholz wurde in der Volksmedizin bei diversen Leiden verwendet. Der Wacholderrauch hat eine stark keimtötende Wirkung. In der Tiermedizin soll Wacholder sogar gegen Zecken und Flöhe eingesetzt werden.

Gisela Geißler berichtete, dass man sich mit der Stadtverwaltung und dem Elternrat einig gewesen sei, dass es an der Zeit war, die überalterten Pflanzen zu beseitigen und das Gelände neu zu gestalten. "Erst einmal brauchen wir Baufreiheit, da die Westfassade der Schule erneuert wird. Wir werden noch die Wacholderwurzeln entfernen und Rasen ansäen", erläuterte Bürgermeister Tino Kögler (CDU). "Später könnten beispielsweise Weide-Iglos entstehen. Sie spenden den Schülern beim Spielen ebenfalls Schatten", so Kögler. Er denkt auch an Obstbäume und -sträucher, die am Hang angepflanzt werden könnten.

Die Schulleiterin könnte sich rustikale Sitzgruppen, eine Art grünes Klassenzimmer, auf der Fläche vorstellen. "Aber es steht noch nichts fest. Wir werden auf alle Fälle die Kinder in die Planung einbeziehen. Sie sollen ihre Vorstellungen äußern, was sie sich für die Spielfläche wünschen", so Gisela Geißler.

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